Immobilienmarkt: Fällt uns der Himmel auf den Kopf?

27. September 2013

Wenn es um den Häusermarkt geht, brauchen wir keine Befürchtung zu haben, dass uns der Himmel auf den Kopf fällt. Der Immobilienbranche geht es besser als jemals zuvor nach der Finanzkrise.

Die Zahl der verkauften neuen Häuser ist im Juli gegenüber dem Vorjahr um 13 Prozent angestiegen. Die Preise zogen im Jahresvergleich um 12 Prozent an – die beste Entwicklung seit dem Crash.

Wir erleben diese positive Entwicklung, obwohl die Hypothekenraten steigen und steigen. Selbst wenn die Raten weiter auf 5 oder 6 Prozent zulegen, dann dürfte dies dem Häusermarkt kaum schaden.

Meine Rate liegt derzeit bei 4,5 Prozent. Wenn ich dies meinen Nachbarn erzähle, dann schauen sie mich nur neidisch an. Jeder, der momentan mit dem Gedanken spielt, ein Haus zu kaufen, der tut es auch – selbst wenn die Raten noch etwas höher liegen.

Denn beim Hauskauf geht es im Wesentlichen nicht um die Raten, sondern um die Lage am Arbeitsmarkt. Wenn sich die Verbraucher relativ sicher in ihrem Job fühlen, dann gehen sie auch das Risiko eines Hauskaufs ein.

Wie wir wissen, hat sich die Lage auf dem US-amerikanischen Arbeitsmarkt entspannt, auch wenn die Erholung der Wirtschaft nur langsam voranschreitet. Und von einer Blase auf dem Immobilienmarkt kann noch lange nicht die Rede sein.

Alles Gute,

Ihr Ryan Cole

Kakao ist für das Wall Street Journal das große Ding

26. September 2013

Ich hatte einmal, als ich noch kein professioneller Trader war, jemanden, der ein Rohstoff-Depot für mich managte. Er rief mich oft an, wenn in großen Zeitungen wie dem Wall Street Journal von Rohstoffen berichtet wurde. Es gelang ihm genau einmal, einen großen Gewinn für mich zu ertraden. Alle anderen Trades von ihm endeten im Minus und ich verlor viel Geld. Das ist aber auch kein Wunder, wenn man ausschließlich Schlagzeilen handelt. Trotz des großen Verlustes hatte die Sache etwas Gutes, denn ich konnte eine wichtige Lehre aus der Sache ziehen.

Am Montag sah das Titelblatt des Wall Street Journals so aus:

Wir sind bereits seit zwei Monaten in Kakao investiert. Das ist das Tolle, wenn man ein konträrer Trader ist. Man erkennt den großen Einstiegspunkt, bevor die Story richtig ins Rollen kommt. Aber Vorsicht: Das Wall Street Journal berichtet davon, dass Hedgefonds in beispiellosem Volumen bullish auf Kakao-Futures setzen. Das sind wohlgemerkt dieselben Typen, die sich mit Blick auf Gold immer irren!

Sollten wir also jetzt, wo alle verrückt nach Kakao sind, unsere Kakaopositionen aufgeben? Noch nicht! Denn jetzt kann die Sache erst interessant werden. Es ist denkbar, dass die diesjährige Ernte enttäuschend ausfallen wird und die Preise deswegen ansteigen werden. Es ist aber auch möglich, dass es von hier aus nicht mehr weiter geht. Aber wie Investmentlegende Jim Rogers einst meinte: „Die Märkte steigen oft höher, als man für möglich gehalten hätte.“

Brett Owens

US-Redakteur Taipan

Ölpreis vor dem Rebound

25. September 2013

Nach der jüngsten Fed-Ankündigung ist der Ölpreis auf 108 US-Dollar nach oben geschossen. Seitdem geht es abwärts. Der Ölpreis bewegte sich gestern unter dem Niveau von 103 US-Dollar. Ich glaube nicht, dass der Preis deutlich unter dieses Niveau fallen wird.

Uns sollte nun vielmehr ein Preisanstieg bevorstehen. Hierfür spricht nicht nur die Charttechnik. In den Wintermonaten nimmt der Ölverbrauch zu. Dieser Trend beginnt üblicherweise im Oktober.

Hier in Wisconsin haben wir schon im September unsere dickeren Bettdecken hervorgekramt. Seinen Höchststand erreicht der Ölpreis üblicherweise im Januar. Bis zum Juli sinkt er auf einen Tiefstand.

Sobald der Ölpreis auf ein Niveau von 100 bis 101 US-Dollar gesunken ist, dürfte es wieder aufwärts gehen.

Alles Gute,

Ihre Sara Nunnally

Willkommen zurück, Volatilität!

24. September 2013

Die Federal Reserve entschied in der letzten Woche, ihre monatlichen Ankäufe von Wertpapieren nicht zu reduzieren. Wohlgemerkt nachdem Ben Bernanke Monate damit verbracht hatte, einer Reduzierung den Weg zu ebnen.

In den zwei Stunden nach der Bekanntgabe der Neuigkeit war die Hölle los. Im Intraday-Chart des SPDR S&P 500 ETF Trust (NYSE:SPY) können Sie sehen, wie der Kurs sprunghaft anstieg und im Tagesverlauf weiter zulegte.

Um ehrlich zu sein ist es mir schnuppe, weshalb die Fed ihre Maßnahmen nicht reduziert hat. Ich interessiere mich viel mehr für die neuen Chancen, die uns diese Entscheidung eröffnet hat. Die Entscheidung hat dem Markt nämlich neue Unsicherheit beschert. Und diese Unsicherheit führt zu Volatilität.

Während professionelle Händler ihre Portfolios an die neuen Realitäten anpassen, bewegen sich die Kurse rasant. Wir als Trader müssen nun verstehen, wie diese Entwicklung die Märkte, auf denen wir agieren, beeinflussen werden. Wir müssen uns vor den großen Kurswellen positionieren, die von der Bewegung institutionellen Kapitals ausgelöst werden.

Zachary Scheidt

US-Redakteur Taipan

Hedgefonds: Der ultimative Kontraindikator für Gold?

23. September 2013

Am vergangenen Mittwoch überraschte Ben Bernanke den Markt, als er eine Fortsetzung der Quantitativen Lockerung ankündigte. Der Goldpreis stieg daraufhin um 4,6% an. Aber der wahre Wahnsinn spielte sich bei den Bergbauaktien ab. Der Market Vectors Junior Gold Miners ETF (NYSE: GDXJ) legte 11% zu. Wer war nicht bei der Rallye dabei? Die Hedgefonds. Hedgefonds scheinen derzeit alles falsch zu machen.

Im vergangenen Jahr wurden Hedgefonds mit ihrem Kursgewinn von 8% vom S&P 500 mit 16% um das Doppelte überholt. In diesem Jahr ist diese Lücke noch größer. Dem Wall Street Journal zufolge haben Hedgefonds in diesem Jahr 4% gewonnen, während der S&P 500 um 20% zulegte. Das liegt daran, dass sie Gold falsch einschätzen. Es ist ganz einfach für Sie, Gewinne mit Gold zu machen:

  1. Schauen Sie sich die Position der Hedgefonds zu Gold an.
  2. Tun Sie das Gegenteil.

Das ist nicht nur einfach, das ist verdammt einfach. Lassen Sie uns kurz auf ein Beispiel eingehen. Einmal wöchentlich teilt uns Bloomberg die Position der Hedgefonds mit. Alle paar Monate wird es dabei auch eine extreme Position zu berichten geben. Am 16. September z.B. wurde Gold von den Hedgefunds „so schnell verkauft wie noch nie in diesem Jahr.“ Wie war das Timing der Hedgefonds?

Die Schlussfolgerung ist klar: Wir sollten immer das Gegenteil von dem tun, was die Hedgefonds mit Blick auf Gold tun.

Brett Owens

US-Redakteur Taipan

Chinas sanfte Landung

23. September 2013

Wenn Sie meine Beiträge schon länger verfolgen, wird Ihnen aufgefallen sein, dass ich es nicht so mit Emotionen habe. Ich vertraue lieber den Fakten. Ich möchte Beweise sehen.

Vor allem bei langfristigen Investments sollten wir uns nicht von Emotionen leiten lassen, denn auf lange Sicht kommt es vor allem auf die Zahlen an.

China ist hierfür ein perfektes Beispiel.

Ich vertrete schon seit drei Jahren die Auffassung, dass China eine sanfte Landung erleben wird. Damit vertrete ich nicht die Mainstream-Meinung. Der Shanghai Composite Index hat seit dem Jahr 2009 ein Drittel seines Werts eingebüßt.

Wenn wir uns die jüngsten Wirtschaftsdaten aus China ansehen, dann erfahren wir allerdings, dass das Import- und Exportvolumen im August gegenüber dem Vorjahresmonat um 7,1 Prozent angestiegen ist. Der Handel mit der EU ist um 3,2 Prozent angewachsen. Angesichts des schwierigen Wirtschaftsumfelds in Europa ist dies eine beachtliche Zahl. Und der Handel mit den USA ist sogar um mehr als 9 Prozent gestiegen.

Das sind nur einige der aktuellen Zahlen, die optimistisch stimmen.

Wenn Sie als Anleger auf China setzen möchten, dann können Sie dies beispielsweise tun, indem Sie sich Unternehmen herauspicken, die direkten Zugang zum chinesischen Verbraucher haben. In China sind die Verbraucherausgaben seit 1952 jedes Jahr angestiegen – auch während der weltweiten Finanzkrise.

Wenn Sie den Wirtschaftsdaten der chinesischen Regierung nicht trauen, dann werfen Sie einmal einen Blick auf die Zahlen von YUM! Brands. Das Unternehmen hat die Zahl seiner Kentucky Fried Chicken-Filialen seit 2001 in jedem Jahr ausweiten können. Ende 2012 gab es 4.260 Filialen in China. Für das laufende Jahr rechnet YUM! Brands mit einer zweistelligen Absatzsteigerung in China. Das Wachstum des operativen Gewinns soll bei 15 Prozent liegen.

Wenn Sie mich fragen: Die chinesischen Verbraucher sind ein wesentlicher Faktor dafür, dass das Land eine sanfte Landung erleben wird.

Alles Gute,

Ihre Sara Nunnally

Von der Überreaktion der Märkte

20. September 2013

Je schneller die US-Notenbank Fed damit aufhören wird, Monat für Monat Milliarden Dollar in den Anleihenkauf zu investieren, umso besser. Eine Wirtschaft, die auf eigenen Füßen steht, ist zweifellos zu bevorzugen. Und die US-Wirtschaft ist dazu bereit.

Ich liebe übrigens die irrationalen Reaktionen des Marktes auf die Spekulationen um die zukünftige Politik der Fed. Entweder schießen die Aktien in die Höhe oder sie stürzen ins Bodenlose.

Das ist großartig, denn so wird das Investieren einfacher.

Der Anleihenmarkt ist mehr als doppelt so groß wie der Aktienmarkt. Die Anleihenkäufe der Fed haben daher eine Wirkung – jedoch vor allem auf psychologischer Ebene.

Wenn die Fed heute ihre Anleihenkäufe einstellen würden, dann würden die Zinsen steigen, aber sie würden eben nicht in die Höhe schießen.

Wie gesagt: Investieren ist manchmal sehr einfach, dank der absehbaren Überreaktion der Märkte.

Alles Gute,

Ihr Ryan Cole

Vorsicht vor dem Bullen-Cover des Time-Magazins!

19. September 2013

Es gibt nur wenige Dinge, die mich so erschrecken wie ein Bulle auf einem Magazincover. Mir kam gestern fast mein Kaffee hoch, als ich diese Schönheit am Zeitschriftenstand sah:

Ein klassisches konträres Titelblatt! Sollten also alle unter uns, die gegen die Herde laufen, ihre Aktien sofort verkaufen? Obwohl es verlockend klingt, genau das zu sagen, wurmt mich eine Sache: Ist es konträr, wenn alle denken, es sei konträr? Selbst in Mainstream-Zeitungen wird über das Cover diskutiert. Und zwar als ein Kontraindikator.

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass Sie den Markt zu früh verlassen hätten, wenn jedes Time-Cover Sie aufgeschreckt hätte. Als das Time-Magazin Ben Bernanke im Jahr 2009 zur Person des Jahres wählte, standen die Bären bereit, um das Ende der Welt zu verkünden.

Schauen Sie sich dieses Diagramm an. Die bullischen Titelstories des Time-Magazins sind grün eingezeichnet, die bärischen und rot. Es ist tatsächlich nicht einfach, irgendetwas daraus abzulesen.

Es gibt aber Zeitungen, die uns Hinweise geben können. Ich habe mir den Economist und seine Prognosen bezüglich der Entwicklung des US-Dollars angesehen. Der Economist lag oft richtig, allerdings immer in die entgegengesetzte Richtung!

Brett Owens

US-Redakteur Taipan

Wen trifft die Inflation am härtesten?

17. September 2013

Ich habe in der letzten Zeit 'mal einen auf gesund gemacht und dabei auch McDonald’s gemieden. Ich war daher ganz schön erstaunt, als ich zufällig bei einem McDonald’s auf die Preistafel schaute. Das sogenannte „Dollar-Modell“ wurde einigen Änderungen unterzogen. Einige der niedrigpreisigen Produkte wurden deutlich verteuert. Die Inflation frisst einen immer größer werdenden Teil des verfügbaren Einkommens der US-Amerikaner.

Die Inflation tendiert dazu, Menschen mit niedrigem Einkommen zu treffen. Natürlich kann man die Inflation besser aushalten, wenn man mehr verdient. Aber das Problem wurzelt noch etwas tiefer. Die Preise für Güter, die von einkommensstarken Konsumenten gekauft werden, verändern sich nicht sehr stark. Ein neues Haus oder ein neues Auto kosten nicht mehr. Aber die Kosten für Dinge wie Lebensmittel und Energie machen einen deutlich höheren prozentualen Anteil bei Menschen mit niedrigerem Einkommen aus. Je geringer das Einkommen ist, desto schmerzhafter sind die Anstiege der Benzin- und Lebensmittelpreise.

McDonald’s ist ein perfektes Beispiel dafür, wie die Inflation Unternehmen schadet, die viel an Mittelschichtpersonen verkaufen. Wenn die Lebensmittelpreise anziehen, hebt McDonalds‘ die Menüpreise an. Einkommensschwache Konsumenten gehen seltener in Fast Food-Restaurants, was deren Umsatz schwächt. Diese Schwäche trifft auch andere Restaurants im Niedrigpreissektor. Dazu kommt, dass die Verbraucher hohe Benzinpreise zahlen und der Niedriglohnsektor kaum wächst.

Zachary Scheidt

US-Redakteur Taipan

Wie man die Finanz-Schlagzeilen des nächsten Monats vorhersagt

16. September 2013

Wir besprechen an dieser Stelle öfters Investment-Chancen, die Sie nicht bei CNBC oder Yahoo! Finance finden. Einer der Gründe für die schwache Performance vieler Anleger ist, dass sie ihre Informationen alle aus derselben Quelle beziehen. Wenn es eine Story auf die Titelseite des Economist schafft, ist es bereits ein bekannter Trade. Und genau aus diesem Grund werden Sie niemals Geld mit Schlagzeilen verdienen können.

Wir interessieren uns nicht für offensichtliche Investments. Wir machen unsere Gewinne, indem wir auf „Seite 16-Nachrichten“ setzen. Und darauf warten, dass sie es auf die Titelseite schaffen.

Nehmen wir russische Aktien. Seien Sie unbesorgt, falls Sie noch nicht investiert sind. Russische Aktien sind noch immer günstig. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei unter 6. Wir folgen einer konträren Idee, indem wir einen angeschlagenen Markt traden. Russland bewegt sich aufwärts, mit höheren Hochs und niedrigeren Tiefs.

Was ist mit Brasilien? Seit dem Umschwung im Jahr 2010 hat die Mehrheit der Investment-Welt das Land abgeschrieben. Genau zum falschen Zeitpunkt! Eine vernünftige Entwicklung Chinas könnte die brasilianischen Aktien zum Laufen bringen.

Brett Owens

US-Redakteur Taipan