Drei Marketing-Experten passen sich den Umständen an
6. November 2009Die Behauptung, die USA könnten sich nicht an wechselnde Umstände anpassen, kann man so nicht stehenlassen. Nach 18 Monaten der Rezession und einer Arbeitslosenquote um 10% (wobei die inoffizielle Zahl Quote eher bei 20% liegt) haben sich drei Marketing-Riesen entschlossen, sich mit neuen Produkten auf die aktuelle Lage der Verbraucher einzustellen.
7-Eleven z.B. bringt mit “Yosemite Road“ eine neue Weinmarke auf den Markt. Die Flasche Chardonnay und Cabernet kostet jeweils 3,99 Dollar und schmeckt vermutlich auch dementsprechend. Bei Mattel (NYSE: MAT) gibt es jetzt für 95 Dollar eine neue Puppe namens “Gwen“, die obdachlos ist, im Auto ihrer Eltern übernachtet und damit über eine passende Biografie verfügt. Das Unternehmen ist den Protesten einiger Aktivisten mit dem Argument entgegengetreten, man mache zumindest auf das Problem obdachloser Kinder aufmerksam. Der dritte Marketing-Experte ist die US-Notenbank, die in der nächsten Woche klammheimlich 81 Mrd. Dollar in Noten und Anleihen mit einer Laufzeit von drei Jahren ausgeben wird.
Ein Produkt, von dem wir überhaupt nichts mehr sehen, sind TIPS (Treasury Inflation-Protected Securities) mit einer Laufzeit von 20 Jahren. Die Fed behauptet, dass von Seiten der Käufer keine Nachfrage mehr bestünde und stellt das Angebot ein. Immerhin gibt es keine Inflation, stimmt‘s? Von daher kann auch die Aussicht, die Papiere in 20 Jahren inflationsbereinigt auszahlen zu müssen, unmöglich der Grund sein.
Mit freundlichen Grüßen,
Adam Lass
US-Redakteur Taipan




