Washington kann nicht Zahlenmalen

19. November 2009

Zahlenmalen war immer ein beliebtes Kinderspiel – viel zu einfach für Erwachsene, die eher herausfordernde Spiele wie Schach oder Poker bevorzugen. Anscheinend hat sich das geändert. In den letzten Jahren haben wir immer wieder von Personen in prominenten Stellungen gehört, dass es einfach nicht möglich sei, die Punkte zu verbinden.

Reuters und die Universität Michigan sagen uns, dass die Verbraucherstimmung auf einem Dreimonatstief ist. Das hängt mit der Angst vor Arbeitslosigkeit und dem Verlust des Eigenheims zusammen.  Und das Landwirtschaftsministerium teilt mit, dass rund 49 Mio. US-Amerikaner vom Hunger bedroht sind. Timothy Geitner reagiert darauf, indem er die Banken dafür kasteit, den kleinen Unternehmungen nicht genügend Geld zu leihen. Den kleinen Banken aber, die hauptsächlich für die Kreditvergabe verantwortlich sind, geht es gerade sehr schlecht. Durch die bislang 120 Bankenpleiten in diesem Jahr ist der Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC) das Geld ausgegangen, das eigentlich für schlechte Zeiten und die Stärkung des Vertrauens in das Bankensystem gedacht war.

Sheila Bair von der FDIC hat entschieden, die Banken drei Jahresbeiträge an die FDIC im Voraus zahlen zu lassen. Auf diese Weise sollen zumindest 45 Mrd. Dollar zusammenkommen, denen schätzungsweise 100 Mrd. Dollar an Ausfällen gegenüberstehen. Leute, die Punkte verbinden können, haben bemerkt, dass diese Praktik die kleinen Banken stark belastet. Dazu zählen aber nicht de Verantwortlichen in Washington.

Mit freundlichen Grüßen,

Adam Lass

US-Redakteur Taipan

Diesen Artikel weiterempfehlen ... Diesen Artikel weiterempfehlen ...

Einen Kommentar schreiben