Sechs Unmöglichkeiten
4. Dezember 2009Mit jedem neuen Tag erscheint mir die Finanzwelt mehr und mehr wie Alice im Wunderland. Die verzerrende Hand der US-Regierung hat den so genannten Freien Markt in eine Reihe von Spiegelkabinetten verwandelt. Heute und am kommenden Montag thematisieren wir hier sechs Unmöglichkeiten, die dennoch wahr sind.
Die erste Ladung Wahnsinn kommt vom Foreign Policy-Magazin. In der neuesten Ausgabe werden die 100 größten globalen Denker vorgestellt, angeführt von Ben Bernanke. Angeblich hat Bernanke die Rolle der Zentralbank eigenhändig neu erfunden und den Zusammenbruch der US-Wirtschaft verhindert. Was soll man davon halten? Ich sage es mal mit George Orwell: „Manche Ideen sind so dämlich, dass nur ein Intellektueller an sie glauben kann.“
Es geht weiter nach Somalia, wo Entführer ihre Geschäftsmodelle umsetzen und – halten Sie sich fest – eine Piratenbörse etabliert haben. Derzeit sind dort 72 Unternehmen gelistet, von denen zehn erfolgreich Schiffe entführen. In- und Ausländer können dort in Piraterieunternehmen investieren. Anscheinend ist Piraterie recht lukrativ, sodass sich einige Akteure bereits wohlhabend zur Ruhe setzen konnten. Aber im Wesentlichen setzen die Piraten nur den Geist der Wall Street in eine etwas radikalere Realität um.
Zu guter Letzt kommen wir zu Goldman Sachs. Anscheinend sind die dortigen Manager beunruhigt ob der schlechten Publicity, die ihnen zuteil wird. Wie aus erster Hand zu erfahren ist, haben sich einige von ihnen nun mit Feuerwaffen ausgerüstet, um im Falle eines Aufstands gegen die Bank gewappnet zu sein. Das NYPD hat derweil bestätigt, dass einige Goldman Sachs-Manager in der Tat eine Lizenz zum Tragen von Schusswaffen haben dürften. Hoffen wir also, dass niemand erschossen wird.
Mit besten Grüßen,
Justice Litle
US-Redakteur Taipan




