Grüne Triebe oder bittere Früchte?

17. Dezember 2009

Washington preist gerade den Anstieg des kollektiven Wohlstands in den USA um 5% im dritten Quartal als Zeichen dafür, dass man sich tatsächlich aus der Krise heraus kaufen kann. Es sei nur eine Frage des richtigen Saatguts. Und dabei kann es auch nicht schaden, die Samen mit Billionen frisch gedruckten US-Dollar zu bewässern.

Die Wachstumszahl wurde auf Basis der Bankeinlagen, des besteuerbaren Wertes der US-amerikanischen Eigenheime, der Investitionen sowie der Hypotheken und Kreditkartenschulden ermittelt. Die Zahl belief sich auf 53,4 Bio. US-Dollar. Möglicherweise würde ich diese Formel akzeptieren, wenn sie nicht zwei wichtige Dinge außer Acht ließe. Damit meine ich erstens die US-amerikanische Staatsverschuldung pro Kopf von derzeit 39.293 US-Dollar, welche täglich um 12 Dollar steigt. Und zweitens die Tatsache, dass die Angaben in Dollar angegeben sind. Hier ist Washington, zugegeben, recht subtil vorgegangen.

Bedenkt man die Abwertung des US-Dollar gegenüber dem üblicherweise zum Vergleich herangezogenen Währungskorb um 4,11%, fällt das Wohlstandswachstum eher in den statistischen Unsicherheitsbereich. Gleichzeitig steigt die Inflation wieder an und entwertet den US-Dollar weiter. Anstatt grüner Triebe sät Washington bittere Früchte!

Ihr

Adam Lass

US-Redakteur Taipan

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