Ein sehr schmerzliches Déjà-vu
18. Dezember 2009Es ist offensichtlich. Die Banken werden für eine hyperinflationäre Depression sorgen. In den Geschichtsbüchern wird man US-Präsident Obama vor allem mit einem gigantischen finanziellen Desaster in Verbindung bringen. Und US-Notenbankchef Bernanke, den das Magazin Time zur Person des Jahres 2009 gekürt hat, wird in den Geschichtsbüchern wohl eher als Witzfigur auftauchen.
Die Banken hatten es in letzter Zeit übrigens sehr eilig, ihre erhaltenen Staatshilfen zurückzuzahlen. Der Grund hierfür ist wohl vor allem der Wunsch, ohne staatliche Restriktionen wieder zu den bisherigen Bonus-Zahlungen zurückkehren zu können. Obama hatte Anfang dieser Woche ein Treffen mit Vertretern der US-Großbanken, um diese zu einer umfangreicheren Kreditvergabe an Privatpersonen und Kleinunternehmen zu bewegen. Im Großen und Ganzen war das Treffen ein Witz. Denn die Führungskräfte von Goldman Sachs, Morgan Stanley und der Citigroup sind dort erst gar nicht erschienen – ihre Flüge sollen wegen Nebels abgesagt worden sein.
Sobald sich die nächste Krisenwelle auf dem Hypothekenmarkt einstellen wird (und das wird sie tun), dann werden wir ein sehr schmerzliches Déjà-vu erleben. Und wie bereits in der zweiten Jahreshälfte 2008 werden die Großbanken wieder in ein großes schwarzes Loch starren. Doch die Bereitschaft, den Banken erneut zur Hilfe zu eilen, wird beim nächsten Mal gegen Null tendieren.
Mit den besten Grüßen,
Ihr Justice Litle
US-Redakteur Taipan




