Wake up, gentlemen!

4. Januar 2010

Im Privatsektor werden Stellen abgebaut und Löhne gesenkt, aber den im Staatsdienst beschäftigten Personen scheint es ganz gut zu gehen. Laut einer Untersuchung der Zeitung “USA Today” ist in den USA während der ersten 18 Monate der Rezession die Zahl der Staatsbediensteten mit sechsstelligem Gehalt von 14 Prozent auf 19 Prozent angestiegen. Mit anderen Worten: Als die Weltwirtschaft so richtig ins Taumeln geriet, haben die Bürokraten ihre Partyhüte ausgepackt. Unnötig zu fragen, was wir davon hatten… Auf jeden Fall keine besseren Dienstleistungen seitens des Staates.

Der Fokus von Washington und der Wall Street liegt eigentlich nur auf einem Thema: nämlich so schnell wie möglich wieder zur “Business as usual”-Mentalität zurückzukehren – und dabei spielt es keine Rolle, ob die alte Methode katastrophal war. Positiv hervorzuheben ist allerdings Paul Volcker aus dem Beraterstab von Präsident Obama, der jüngst zu einem großen “Wake up, gentlemen!” aufrief. Und Volcker kämpft nicht gegen Windmühlen. Die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit richtet sich jeden Tag mehr auf die Frage, ob tatsächlich ein Wandel herbeigeführt wird. Die schlechte Nachricht ist jedoch: Möglicherweise ist es bereits zu spät, um die nächste Krise zu verhindern.

Mit den besten Grüßen,

Ihr Justice Litle

US-Redakteur Taipan

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