Ein Moment des Zweifels – oder das Ende des Trends?
21. Januar 2010Im Leben jeder Blase gibt es einen Moment, in dem sich bei der Herde genug Zweifel angesammelt hat. Dann kippt der Trend unausweichlich in eine Abwärtsspirale. Der Zeitpunkt kann später fast immer genau bestimmt werden – durch Historiker, die nicht dabei waren und Volkswirte, die es schon immer gewusst haben wollen. Genau jetzt haben wir mit ziemlicher Sicherheit einen Moment des Zweifels. Investoren, die wochen- und monatelang Werte in den US-Aktien gesehen haben, fragen sich nun, ob sie nicht einem Hütchenspiel gefolgt sind.
Schauen wir uns einmal die Marktbewegung der vergangenen Tage an:
Gestern war eine umsichtige US-amerikanische Fiskalpolitik das Thema des Tages. Und die Marktreaktion der Wall Street auf die Aussicht, dass die wahnsinnige Gelddruckerei Washingtons ein Ende haben könnte?
Ich weiß zwar nicht, ob es sich um das Ende des Trends oder bloß einen kurzen Moment der Panik handelte. Derzeit haben weder die Aktienkurse noch die Volatilität ihre Ranges verlassen, sodass wir es wohl mit einer kurzfristigen Kaufgelegenheit zu tun haben. Sehr kurzfristig, nicht vergessen! Wir schauen gerade nicht auf einen Moment à la ‘September 2000‘ und ‘Januar 2008‘, als die Märkte in einen mehrjährigen Abwärtssog gerieten. Vielmehr befinden wir uns sinngemäß im April 2000 oder Juni 2007, als den Leuten langsam dämmerte, dass die ganze Geschichte einfach nur irrational war.
Mit herzlichen Grüßen,
Adam Lass
US-Redakteur Taipan






