Die Bullen leiden unter der Explosion europäischer Staatsschulden

8. Februar 2010

In diesen Tagen schauen die US-Investoren auf den alten Kontinent, wo Spanien, Griechenland und Portugal im Fadenkreuz stehen. Die spanische Finanzministerin Elena Salgado klingt wie der ehemalige Lehman Brothers-CEO Fuld wenn sie sagt: „In Spanien haben wir genügend Zeit, Maßnahmen zur Überwindung der Krise zu treffen.“ Der U.K. Telegraph bezweifelt dies und stellt fest, dass das spanische Haushaltsdefizit im vergangenen Jahr auf 11,4 Prozent schnellte, während die Wirtschaftsleistung weiter abnimmt.

Einige weisen darauf hin, dass es Griechenland hinsichtlich der Schulden auch nicht viel schlechter geht als Kalifornien. Aber da gibt es einen kleinen Unterschied. Wenn es in Kalifornien zum Äußersten kommt, schauen US-Amerikaner, in sagen wir Connecticut, nicht tatenlos zu. Für Deutschland wäre es schon nicht ganz so selbstverständlich, Griechenland zu retten. In der Financial Times war zu lesen, dass das Ausfallrisiko von Staatsanleihen zum ersten Mal größer zu werden droht als das Risiko von Unternehmensanleihen. Mit anderen Worten: Microsoft und Wal-Mart sind bald kreditwürdiger als die USA oder Großbritannien.

Die Performance des Goldpreises war in diesem Tumult eine einzige Enttäuschung. Das ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass die Entwicklung des US-Dollars die Rohstoffpreise belastet hat und spekulative Goldanlagen liquidiert wurden. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass sich das ändern wird und der Tag kommt, an dem man mit beiden Händen Gold kaufen sollte.

Mit freundlichen Grüßen,

Justice Litle

US-Redakteur Taipan

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