Will China einen Goldpreisrückgang?
10. Februar 2010Bekanntlich verfügt Peking über Devisenreserven im Umfang von 2 Bio. US-Dollar. Diese Summe, die ungefähr 5% bis 6% des weltweiten BIP entspricht, gibt aber keine Sicherheit gegen einen Markt-Crash in China. Ähnlich groß waren in den 1920er Jahren die Reserven der Fed, und die Weltwirtschaftskrise trat dennoch ein.
Wir können davon ausgehen, dass China langfristig kein Interesse an einem Goldpreisrückgang hat. Kurzfristig könnte das anders aussehen. Bedenken Sie Folgendes: China ist mit seinen Devisenreserven den weltweit größten Long-Trade auf den US-Dollar eingegangen. Zukünftig erhofft sich das Land, die Long-Position auf Gold deutlich ausbauen zu können. Beim Aufbau dieser Position sind niedrige Kaufpreise eindeutig hohen Preisen vorzuziehen. Insgesamt ist eine Aufwertung des US-Dollar ein zweischneidiges Schwert für China. Je stärker der Dollar ist, desto lauter schreien die US-Politiker, da die USA als Exporteur von einer schwachen Währung profitieren. Folglich leiden die Handelsbeziehungen zwischen China und den USA unter einem starken Dollar.
Ein starker Dollar ist für China aber insofern gut, als dass China auf einem riesigen Dollar-Berg sitzt. Die wertvolleren Dollar können dann für den Kauf besserer Assets eingesetzt werden. China dürfte Interesse an kurzfristig sinkenden Goldpreisen und langfristig steigenden Goldpreisen haben. Aus diesem Grund besorgt mich eine kurzfristige Schwäche des Edelmetalls auch nicht.
Mit herzlichen Grüßen,
Justice Litle
US-Redakteur Taipan




