Die Entkopplung von Öl und Aktien

3. März 2010

Unter Umständen haben Sie von der ‚großen Entkopplung‘ gehört. Es geht darum, dass sich die Emerging Markets hinsichtlich der langfristigen wirtschaftlichen Entwicklung vom Westen abkoppeln. Bisher war es so, dass die Emerging Markets sich eine Erkältung einfingen, sobald ein westliches Industrieland nieste.

Am vergangenen Montag ist etwas Eigenartiges passiert. Der Preis von West Texas Intermediate ging ganz leicht zurück, während der Preis von anderen Risikoassets anstieg. Abgesehen von der asiatischen Abkopplung gibt es noch eine weitere, die wesentlich weniger Publicity bekommt. Ich spreche von der starken Korrelation zwischen Ölpreis und Aktienkursen. Obwohl ein steigender Ölpreis schlecht für die US-Wirtschaft ist galt er Bullen auch als Beleg dafür, dass es der Wirtschaft im Wesentlichen gut geht. Man konnte sich im Prinzip den S&P 500 ansehen und wusste in etwa, wie sich der Ölpreis entwickelt.

Die Dinge sind inzwischen nicht mehr ganz so klar. China steht unter massivem Inflationsdruck, die Konjunkturgelder werden gedrosselt und die Leitzinsen können im Prinzip nur eine Richtung einschlagen. Die Geldwelle, vor der Assets jeglicher Art einige Zeit dahingetrieben wurden, wird zusammenbrechen. Es wird der Punkt kommen, an dem wir wieder ein ‚normales‘ Verhalten der Kursbewegungen beobachten werden. Dann wird der Kurs einer Assetklasse wieder sinken, sobald andere Assets an Wert gewinnen. Die Schwäche des Ölpreises am Montag ist ein erstes Anzeichen dafür.

Mit freundlichen Grüßen,

Justice Litle

US-Redakteur Taipan

Diesen Artikel weiterempfehlen ... Diesen Artikel weiterempfehlen ...

Einen Kommentar schreiben