Vorsicht vor griechischen Geschenken
18. März 2010Der Sage nach wandten die Griechen, unfähig, die Trojaner ob deren zahlenmäßiger Überlegenheit auf dem Feld zu schlagen, einen Trick an. Das Prinzip des Trojanischen Pferds ist bekannt. Derzeit liegt uns ein ähnlich gefährliches Geschenk vor den Füßen. Ich spreche von der Aufwertung des US-Dollar im Zuge der griechischen Finanzkrise.
Griechenland hat bei der Aufnahme in die Eurozone geschummelt und gehofft, dass alles glatt läuft. Bekanntlich tat es das nicht. Da am Markt zuletzt Angst vor einem Zusammenbruch des Euros herrschte, wurde vom Euro in den US-Dollar umgeschichtet. Daher stieg der Wert des Dollars. Diese Entwicklung gibt der Fed eine Ausrede, die Zinsen niedrig zu halten, obwohl die Umstände dagegen sprechen. Also sehen wir uns einer Flut von Dollar gegenüber. Und wohin geht dieses Geld? Sicher ist, dass es weder in den Immobilienmarkt fließt noch Arbeitsplätze schafft. Falls mein Ticker die Wahrheit sagt, geht das Geld in großen Mengen in Öl-Futures und Öl-Aktien.
Ein schneller Blick auf die Geschichte sagt uns genau, wie diese Geschichte enden wird. Der Dollar wird abwerten und Öl sowie Ölaktien werden immer teurer, bis uns der Laden in neun bis fünfzehn Monaten um die Ohren fliegt. Sie können sich nun kurzfristig ein Stück des Kuchens sichern. Oder sich im Nachhinein über die hohen Benzinpreise beschweren.
Mit freundlichen Grüßen,
Adam Lass
US-Redakteur Taipan




