Fondsmanager! Hört auf eure Mütter!
19. März 2010Meine Mutter sagte immer: „Wenn alle von der Klippe springen würden, würdest du dann auch springen?“ Es ging um das Skateboard, das alle hatten, und das ich nicht haben durfte. Mein Skateboard-Traum verblasste innerhalb eines Jahres. Ich zog daraus die Lehre, dass man dem Trend nicht immer hinterherlaufen sollte.
Ich musste diese Woche daran denken, als ich über den Begriff ‚Rückwärtskapitulation‘ stolperte. Normalerweise bezeichnet ‚Kapitulation‘ den Zeitpunkt, an dem die Investoren alle Hoffnung fahren lassen. Das Gegenteil ist offensichtlich der Fall, wenn eigentlich abwartende Anleger an den Markt gehen, weil die Kurse um sie herum nur steigen. Fondsmanager sind anscheinend gezwungen auf den Zug aufzuspringen. Denn wenn sie es nicht täten, würden ihre Fonds immer weiter hinter die Konkurrenz zurückfallen. Was wie der Gipfel der Unvernunft scheint, ist leider der Mechanismus der Wall Street.
Fondsmanager rund um die Welt kaufen nicht aus Überzeugung Aktien, sondern weil John, Manfred, Francois und Andrej es ebenfalls tun. Sie sollten lieber auf den Rat meiner (und vielleicht auf den ihrer Mutter) hören.
Mit freundlichen Grüßen,
Justice Litle
US-Redakteur Taipan




