Grund zum Pessimismus

19. April 2010

Die “Erholung”, die wir derzeit erleben, basiert auf Diebstahl, Gier und Betrug. Ich habe früher immer gedacht, dass es klug sei, hart zu arbeiten und schuldenfrei zu bleiben. Aber ich hätte mir wohl besser ein gigantisches Anwesen zugelegt und Schulden angehäuft. Und außerdem Urlaub auf Hawaii gemacht – und all dies, ohne ein mulmiges Gefühl in der Bauchgegend zu bekommen.

Warum ich so erzürnt bin? Nun, weil genau jene Menschen, die immer brav ihre Rechnungen bezahlt haben, nun die Schulden zurückzahlen müssen. Die Steuerzahler und braven Sparer werden bestraft. Leute wie Sie und ich. Und unsere Kinder natürlich auch.

Sehen Sie sich bitte den folgenden Chart an, der den Gewinnanteil des Finanzsektors darstellt:

Als die Finanzkrise richtig durchschlug, brachen die Gewinne des Finanzsektors ein. Doch kurze Zeit später schossen sie schon wieder in die Höhe. Und dies auf Kosten der Steuerzahler und Sparer. Wir haben es Ben Bernanke zu verdanken, dass sich die Banken für nichts nahezu jeden Betrag leihen können. Und aus genau diesem Geld erwächst unsere aktuelle Lage, nämlich die Illusion eines soliden Konsums.

Das hebt natürlich die Stimmung an der Wall Street, und der Bürger auf der Straße denkt: Hey, es ist alles okay! Doch wenn Sie wissen möchten, wie es um die USA wirklich bestimmt ist, dann gehen Sie zu den Kleingewerben. Diese sterben nämlich aus, weil es für sie immer schwieriger wird, Kredite zu erhalten. Und das heißt nichts anderes, als dass derzeit mehr als 50 Prozent der Werktätigen in den USA einen wirklich guten Grund haben pessimistisch zu sein.

Mit den besten Grüßen,

Ihr Justice Litle

US-Redakteur Taipan

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