Ein Déjà-vu
26. April 2010Der Chef der US-Notenbank Fed Ben Bernanke wird derzeit als bester Freund des Marktes betrachtet. Bernanke wird als neuer Heilsbringer, sozusagen als neuer “Easy Al” Greenspan wahrgenommen. Der Schutzpatron des schnellen Geldes. Die Fed hat den Markt in letzter Zeit mit Liquidität überflutet. Und dabei scheinen keine Kosten für diese Bonanza anzufallen. Die USA befinden sich auf dem Weg der Erholung, warum sollte man sich also Sorgen machen?
Sollte es zu einer “kleinen” Inflation kommen, wird dies von Investoren eher positiv bewertet. Allerdings stehen die Dinge im Moment eher so, dass uns die Inflation heftiger und schneller treffen kann, als dies viele erwarten. Vielleicht erinnern Sie sich noch an das berühmte Cover der “Business Week” aus dem Jahr 1979:
Die Schlagzeile lautete: “The death of equities.” Doch nur wenige können sich an den Untertitel erinnern. Dieser lautete nämlich: “How inflation is destroying the stock market.”
Werden wir also ein Déjà-vu erleben? Ein Déjà-vu mit steigenden Rohstoffkosten, die auf den Gewinnen der Unternehmen lasten? Und mit kontinuierlich steigenden Nahrungsmittel- und Energiekosten, die den Konsum dämpfen werden? Und sollte es in China zu einer Neubewertung der Währung kommen, wird dies nur dazu führen, dass das Land als Käufer und beim Horten von Rohstoffen noch wettbewerbsfähiger wird. Zusammenfassend kann man also sagen, dass wir in Reaktion auf die letzte Krise praktisch schon an der nächsten arbeiten.
Mit den besten Grüßen,
Ihr Justice Litle
US-Redakteur Taipan





