Krisenmanagement in der Eurozone – kein “Plan B”

3. Mai 2010

Die Vorgänge in der Eurozone liefern uns einen Vorgeschmack auf das, was möglicherweise auch in den USA geschehen könnte. Der französische Präsident Nicolas Sarkozy setzte sich bisher vehement für eine Rettung Griechenlands ein. Dies kann kaum verwundern, denn die französischen Banken sind die größten Kreditgeber Griechenlands. Aber wir sollten daran denken, dass es sich bei Griechenland vermutlich nur um den Anfang handelt. Blicken wir auf die US-amerikanischen Banken, so stellen wir fest, dass JPMorgan Chase und Morgan Stanley überdurchschnittlich stark in der Euro-Zone engagiert sind, und zwar in den so genannten PIIGS-Staaten Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien

Das Schlimmste an der ganzen Sache ist, dass sich Europa weiterhin weigert anzuerkennen, wie schwerwiegend das Problem ist. Europa gibt sich die größte Mühe, ausschließlich das Problem in Griechenland anzugehen. Aber es werden keine ernsthaften Vorbereitungen für einen “Plan B” getroffen – nämlich für den Fall, dass sich das Problem auf Europa ausweitet. Man könnte also sagen, dass wir derzeit ein schlechtes Krisenmanagement erleben. Und wir wissen alle, was passiert, wenn das Vertrauen verloren geht. Denn wir erinnern uns an das Jahr 2007, als die britische Bank Northern Rock von ihren verzweifelten Kunden bestürmt wurde.

Mit den besten Grüßen,

Ihr Justice Litle

US-Redakteur Taipan

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