Wenn das Finanzsystem hustet…

17. Mai 2010

Die Krise ist schon eine eigenartige Geschichte. Man weiß nie, woher der nächste Impuls kommt. Interessanterweise kommt er immer genau daher, wo niemand hingeblickt hat. Dies ist umso bemerkenswerter, als dass in unserem globalen Finanzsystem alle Dinge miteinander verwoben sind. Wenn ein Bereich hustet, bekommt ein anderer den Schnupfen… oder Schlimmeres. Wie wir alle wissen, befindet sich die Eurozone in der Krise. Das Gegenteil ist beim US-Dollar der Fall:

Doch wenn sich Gold und US-Dollar gleichzeitig in die Höhe bewegen, dann ist das ein schlechtes Zeichen. Viele Länder, und hierunter nicht nur Venezuela mit seinem linksgerichteten Präsidenten Hugo Chávez, haben Kredite auf US-Dollar-Basis aufgenommen – in der Hoffnung, das Geld später günstig zurückzahlen zu können. Auch viele Exportunternehmen, vor allem in Europa, haben dies getan. Niemals haben sie sich einen solch starken Anstieg des US-Dollars vorstellen können.

Wir alle befinden uns in einer kleinen Nuss-Schale, die jederzeit aus allen Richtungen angestoßen werden kann. Sie sollten sich also sowohl in der Kunst des Long- als auch des Short-Gehens üben. Und lernen Sie, Ihr Geld taktisch, nicht nur strategisch, einzusetzen. Und nicht zuletzt: Denken Sie immer daran, ein gesundes Maß an Skepsis bei zu rosigen Prognosen zu bewahren. Jede Prognose birgt Risiken in sich. Ob ich auch eine gute Nachricht für Sie habe? Ja, denn manchmal erwachsen aus Risiken auch Chancen.

Mit den besten Grüßen,

Ihr Justice Litle

US-Redakteur Taipan

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