Die Märkte protestieren gegen die Sparprogramme
26. Mai 2010Die Europäer verstehen es noch immer nicht. Indem sie den Gürtel zur Rettung des Euroraums enger schnüren, verriegeln sie die Tür der Scheune, nachdem das Pferd längst entwischt ist. Das Engerschnallen der Gürtel wird die Probleme Europas nur verschlimmern, und damit die Probleme der Welt.
Aus diesem Grund hat der Markt auch so geringschätzig mit dem Euro verfahren. An der Oberfläche stehen Ereignisse wie der Zusammenbruch einer spanischen Sparkasse und die rasche Eskalation der militärischen Spannungen zwischen Nord- und Südkorea. Unter der Oberfläche herrscht wirkliche Angst davor, dass Europa die globale Erholung der Wirtschaft mit seinem unglaublichen Leichtsinn ersticken wird.
Ist es wirklich fair, zukünftige Generationen mit den Folgen eigennütziger und dummer Entscheidungen zu belasten? Europäische Politiker scheinen dieser Ansicht zu sein! Indem sie die unumgängliche Insolvenz eines Staates mit aller Macht vermeiden wollen, und stattdessen dem totkranken Patienten eine Diät verschreiben, nimmt man das Ende des Euros in Kauf. Die Insolvenz ist ein Marktmechanismus, der leider von Zeit zu Zeit nötig ist und auch sinnvoll sein kann. Langfristig sinnvolle Entscheidungen werden nicht getroffen, um auf politischer Ebene das Gesicht zu wahren. Das ist eine Versündigung an den Kindern und Kindeskindern der Europäer.
Der beste Weg für Europa, und dieser Weg wird auch vom Markt vorgeschlagen, ist eine massive Abwertung des Euros, geordneter Staatsbankrott, oder beides. Obwohl Insolvenzen immer schreckliche Ereignisse sind, ist es manchmal ganz einfach gut und sinnvoll, Insolvenz anzumelden.
Mit besten Grüßen,
Justice Litle
US-Redakteur Taipan




