Rückstellungen in Zeiten der Rezession
17. Juni 2010Ist die Rezession wirklich vorbei? Vielleicht stelle ich die Frage etwas spät.
Die Lage ist, wie so oft, etwas komplexer als es uns Wall Street und Washington glauben machen möchten. Denn in Wirklichkeit haben wir unsere Probleme noch nicht gelöst. Ich denke da nur an den Verschuldungsgrad der USA. Mit einem Blick auf Europa sprechen wir gerne über die “verantwortungslosen PIIGS”, welche die Europäische Union in den Ruin treiben. Aber wenn die Verschuldung in den USA stetig ansteigt, dann ist es eben die Art, wie wir in einer soliden Wirtschaft Geschäfte machen.
Das Unternehmen FedEx ist im Übrigen ein gutes Barometer für die Wirtschaftsentwicklung. Denn im Express-Geschäft merkt man sofort, wenn das Frachtvolumen nachlässt. Die Dienstleistungen von FedEx werden nicht schon Wochen oder sogar Monate im Voraus in Auftrag gegeben. FedEx ist auch aus einem anderen Grund interessant. Das Unternehmen hat gerade mitgeteilt, dass man im laufenden Quartal auf Ergebnisebene vermutlich hinter den Erwartungen zurückbleiben werde. Offenbar hat sich der Konzern während der gesamten Rezession nicht ausreichend um Rückstellungen für die Renten- und Gesundheitsvorsorge der Mitarbeiter gekümmert. Erinnert sich eigentlich noch jemand daran, was die ausschlaggebenden Faktoren für die Insolvenz von General Motors waren? Genau: Die Rezession und die Pensionszahlungen.
Mit den besten Grüßen,
Ihr Adam Lass
US-Redakteur Taipan




