Erholung? Welche Erholung?

29. Juni 2010

Die "Große Depression" kennen wir alle. Aber haben Sie schon einmal etwas von der "Großen Revision" gehört? Die vorläufigen Statistiken, die wir in den USA vorgelegt bekommen, können später immer noch nach unten korrigiert werden. Nämlich dann, wenn die Investoren ihnen nicht mehr so große Aufmerksamkeit schenken. All die schönen Statistiken in letzter Zeit haben dazu geführt, dass sich unser Blick nicht mehr auch die unschöne Realität richtet. Und diese Realität besteht unter anderem darin, dass sich inzwischen schon seit über einem Jahr vor unseren Suppenküchen riesige Schlangen bilden.

Und denken wir eigentlich noch an all die Schulden, die wir unseren Kindern und Enkelkindern hinterlassen? Eigentlich nicht, denn wir haben den Eindruck, dass die Konjunkturpakete helfen. Wir sollten auch nicht vergessen, dass Fed-Chef Ben Bernanke nun nur noch davon spricht, dass sich die Wirtschaftserholung "fortsetzt". Vorher war noch von einer "anziehenden" Erholung die Rede. Diese kleinen sprachlichen Feinheiten können in der Realität einen großen Unterschied ausmachen. Und wenn wir uns die Kursentwicklung seit Jahresbeginn ansehen, oder auch die Arbeitslosenzahlen und Zinssätze, dann müssen wir uns wirklich fragen: Erholung? Welche Erholung?

Mit den besten Grüßen,

Ihr Adam Lass

US-Redakteur Taipan

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