Katz-und-Maus-Spiele
12. Juli 2010
Für den Goldpreis ging es vor zwei Wochen ordentlich in die Tiefe. Am 1. Juli hat der Preis um ordentliche 40 US-Dollar je Unze nachgegeben. Damit ist Gold nicht gerade viel versprechend in das neue Quartal gestartet.
Wenn wir uns lediglich den Chart ansehen, dann haben wir natürlich Grund zur Sorge. Denn eine solch deutliche Unterbrechung einer Trendlinie ist selten positiv zu bewerten. Doch wie so oft sehen wir auf den ersten Blick nicht alles, und daher ist es wichtig, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Es gibt einige Faktoren, die für den Ausverkauf am 1. Juli mitverantwortlich sind. Dabei handelt es sich zum Beispiel um die Swap-News um die BIZ (Bank für Internationalen Zahlungsausgleich). So sollen über Swap-Geschäfte 349 Tonnen bei der BIZ hinterlegt worden sein. Bei dieser Cash-gegen-Gold-Transaktion müssen jene Akteure, die ihr Gold im Austausch gegen liquide Mittel hinterlegt haben, ihr Gold zu einem bestimmten Zeitpunkt zurückkaufen. Auf kurze Sicht handelt es sich hierbei um zwar um eine negative Nachricht, auf lange Sicht stimmt sie jedoch bullish. Hinzu kommt, dass bei einem so genannten "Crowded Trade" letztendlich die starken Akteure die Oberhand gewinnen, so dass sich ein Trend nach kurzfristigen Rückschlägen wieder neu aufbauen kann.
Wir sollten in diesem Zusammenhang nicht vergessen, dass die kurzfristigen Katalysatoren für den Goldpreis nicht immer fundamental begründet sind. Manchmal haben sie sogar überhaupt nichts mit den Fundamentaldaten zu tun. Und so sieht die Entwicklung des Goldpreises auch schon viel freundlicher aus, wenn wir ihn uns in einem langfristigen Chart ansehen. Aus einer langfristigen Investmentperspektive sollten wir daher über kurzfristige Katz-und-Maus-Spiele hinaussehen.
Mit den besten Grüßen,
Ihr Justice Litle
US-Redakteur Taipan






