Unruhige Zeiten
22. Juli 2010Die Dinge hier in den USA werden immer merkwürdiger. Selbst die klugen Jungs von Goldman Sachs, die über die besten Verbindungen verfügen, haben im abgelaufenen Quartal nicht so viel Geld machen können. Es ist natürlich nicht so, dass ich Mitleid mit Goldman Sachs habe.
Wie sieht unsere Lage also im Moment aus? Nehmen wir zum Beispiel die Hypothekensätze. Die Hypothekensätze bewegen sich bereits auf einem historischen Tiefstand, und der Immobilienmarkt windet sich hin und her wie ein sterbender Fisch. Ich habe natürlich nichts gegen niedrige Hypothekensätze, denn ich selbst habe schon davon profitiert. Der große Unterschied ist: Leute wie Sie und ich, wir denken bei unseren Investitionen in Jahrzehnten, vielleicht sogar in Generationen. Aber auch wenn die Hypothekensätze ins Bodenlose sinken, ein kluger Mensch kauft in der aktuellen Situation kein Haus, denn die Risiken auf dem Arbeitsmarkt sind zu hoch.
Hinzu kommt: Arbeitsmarktsstatistiken erzählen niemals die ganze Wahrheit. Nehmen Sie beispielsweise meine Tochter. Sie hat einen College-Abschluss und ist Mitbesitzerin eines Design-Unternehmens. Und was hat sie den Großteil der letzten sechs Monate getan? Sie versuchte einen Job als Sekretärin zu finden, um die Rechnungen bezahlen zu können. Natürlich hätte auch meine Tochter liebend gerne ein eigenes Haus. Aber von niedrigen Hypothekensätzen hat sie gar nichts, denn keine halbwegs vernünftige Bank würde ihr in dieser Situation eine Zusage erteilen.
Aber allein die Tatsache, dass Washington und die Wall Street so viel vermasselt haben, heißt noch lange nicht, dass wir tatenlos zusehen müssen. Das Gegenteil ist der Fall: Wir müssen unser Glück in die eigene Hände nehmen und die Zukunft unserer Familien sichern. Ich werde im September einige Tage in Las Vegas sein und mich dort zu verschiedenen Chancen äußern, die sich uns im aktuellen Umfeld bieten. Sie sehen also: Selbst mich – und ich reise nun wirklich nicht gerne – treibt es in diesen unruhigen Zeiten aus dem Haus.
Mit den besten Grüßen,
Ihr Adam Lass
US-Redakteur Taipan




