Gründe für den Verkauf Chinas, Teil 2
26. Juli 2010Im ersten Teil meines Beitrages bin ich bereits auf die zunehmenden Bedenken hinsichtlich des chinesischen Bankensystems eingegangen. Die menschliche Natur ist nun einmal so wie sie ist, und so tritt Peking in die Fußstapfen Washingtons. Die Chinesen päppeln ihre heruntergekommenen Institutionen mit öffentlichen Geldern auf, und dann blicken sie in eine andere Richtung, wenn die toxischen Probleme einfach zugekleistert werden. Wie ich schon sagte: Die chinesischen Banken sind nicht das einzige Problem. Wenn es sich nur um die Banken handeln würde, dann bestünde eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass China eine sanfte Landung erlebt.
Doch China hat auch Probleme mit dem Immobilien- und dem Arbeitsmarkt sowie mit den Exporten. Während der Immobilienmarkt ins Schwanken gerät, steigen die Lohnkosten und die mächtige Exportmaschine gerät unter Druck. Der britische "Telegraph" schrieb jüngst, dass die steigenden Immobilienpreise in China eine Gefahr für die soziale Stabilität im Land seien. Wohlhabende Familien würden nicht selten drei oder vier Immobilien besitzen, von denen der Großteil allerdings nicht bewohnt sei.
Es gibt natürlich auch Personen, die hier überhaupt kein Problem sehen – wie etwa Stephen Roach, Chairman von Morgan Stanley Asia. Dieser erkennt auf dem chinesischen Immobilienmarkt keine Blase, da – so seine Argumentation – der stetige Zustrom der Chinesen vom Land in die Städte zu einer höheren Nachfrage führen werde. Stephen Roach erklärt uns leider nicht, woher ein chinesischer Bauer, der gerade in die Stadt gezogen ist, das Geld haben soll, um die aktuellen Rekordpreise auf dem Immobilienmarkt zu zahlen.
Auch wenn die Lohnerhöhungen, welche die chinesischen Arbeiter in den Fabriken fordern, nur moderat ausfallen dürften, sie kommen für China doch zu einem schlechten Zeitpunkt. Und dabei muss man bedenken, dass viele Exportunternehmen in China bereits mit minimalen Gewinnmargen arbeiten. Man muss nicht extra erwähnen, dass es China ohnehin hart trifft, wenn der Rest der Welt den Gürtel enger schnallt.
Im Großen und Ganzen lässt sich also festhalten: Die Probleme in China sind zu groß, als dass man hier Geld investieren sollte – selbst wenn Ihnen das Geld so locker in der Tasche sitzt, wie dies in Peking der Fall ist.
Mit den besten Grüßen,
Ihr Justice Litle
US-Redakteur Taipan




