Die anorektische Erholung

28. Juli 2010

Mode kann ein brutales Geschäft sein. Man muss sich nur einmal die Models anschauen, die abgemagert wie Vogelscheuchen über den Laufsteg geschickt werden. Ähnliches tun sich aber auch gewisse Unternehmen an: Sie sparen sich schlank wo es nur geht, um ihre Gewinne zu maximieren.

Harley Davidson (NYSE: HOG) ist so ein Fall. Das Unternehmen hat seine Gewinne gute gesteigert, was aber größtenteils auf Kostensenkungen zurückzuführen ist. Der Umsatz mit Motorrädern ist nun in drei aufeinanderfolgenden Jahren gesunken, was sich so schnell auch nicht ändern wird. Harley Davidson hat sich der Entwicklung durch massive Entlassungen angepasst. Dieser Trend ist nicht auf Harley Davidson beschränkt. Riesen wie General Electric und J.P. Morgan Chase handeln ebenso.

Was geschieht wohl, wenn alle US-Unternehmen so handeln? Und was für eine Wirtschaftserholung ist das, wenn die Gewinne nur auf Entlassungen zurückzuführen sind? Sollte es uns gefallen, dass Arbeitgeber wie Alcoa, die sich im Jahr 2008 37.000 Mitarbeitern entledigt haben, es nicht nötig haben, in absehbarer Zeit wieder Personal einzustellen? Bislang haben die Verbraucherausgaben in den USA rund 70% der Wirtschaftsleistung ausgemacht. Die unausgesprochene Message von Harley Davidson und all den anderen ist, dass solche Zahlen Geschichte sind.

Mit den besten Grüßen,

Justice Litle

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