Wirken die Rohstoffpreise deflationär?

9. August 2010

Seit 2008 fragt man sich, ob die Deflation oder die Inflation die Oberhand hat. Derweil erscheinen die Investoren wie Boxfans, welche den Kampf von außerhalb beobachten. Derzeit spricht jedermann von Deflation. Vor dem Hintergrund hoher Arbeitslosigkeit, auslaufender Konjunkturprogramme und einer nur scheinbaren Erholung brechen die Rohstoffpreise nun aus. In der vergangenen Woche hat Erdöl zum ersten Mal seit Monaten wieder mehr als 80 US-Dollar gekostet.

Vor kurzem hat Vladimir Putin einen Exportstopp für Weizen und andere Getreide angeordnet, so der UK Telegraph. Der Bann könnte für den Rest des Jahres anhalten und einen deutlichen Einfluss auf die Lebensmittelpreise ausüben. Es ist schwer zu prognostizieren, wie der Effekt auf den Kampf zwischen Inflation und Deflation sein könnte.

Der Wegfall russischer Export könnte den US-amerikanischen Farmern und den damit verbundenen Branchen starken Rückenwind geben. Neue Kapitalströme in die US-Märkte könnten ferner den US-Dollar stützen. Das sind allerdings keine guten Nachrichten für die Konsumenten, die ohnehin schon wenig Geld im Geldbeutel haben. Die Achillesverse der Konjunkturprogramme ist die (Un)fähigkeit, die Kapitalströme an den Konsumenten weiterzuleiten. Dies wäre ein Argument für deflationäre Aussichten.

Mit freundlichen Grüßen,

Justice Litle

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