Die weisen alten Männer der Fed

12. August 2010

Ich bin eigentlich davon ausgegangen, dass die US-Notenbank der Wall Street wieder auf die Sprünge helfen würde. Und diese Idee habe ich überhaupt nicht gemocht. Aber ich habe mich geirrt. Die Fed hat sich diese Woche dazu entschlossen, überhaupt nichts zu tun.

Natürlich war die Fed in der Vergangenheit sehr fleißig und hat diverse Instrumente eingesetzt, um die Börsen anzutreiben – und die US-Aktien sind tatsächlich in den letzten Monaten um rund 75 Prozent gestiegen. Diese Rally hat erst ein Ende gefunden, als die Fed nicht mehr in großem Maße Aktien gekauft hat. 24 Stunden vor der aktuellen Entscheidung der Fed hat die Welt noch den Atem angehalten. Welchen Kurs würde die Notenbank nun wohl verfolgen?

Und dann traten die weisen alten Männer an die Öffentlichkeit und sprachen. Sie kündigten an, dass sie nichts tun würden. Man werde weder weitere Aktien kaufen noch jene verkaufen, die man bereits halte. Und man werde kein neues Geld erfinden, um die Wirtschaft anzukurbeln.

Leute wie ich, die an den freien Markt glauben, kritisieren die Fed üblicherweise, weil sie Gelder in zum Scheitern verurteilte Unternehmen pumpt. Und genau jene Unternehmen kritisieren die Fed nun, weil sie keine Hilfe erhalten. Dies sind die zwei Seiten einer Medaille. Doch ich muss erneut zugeben: Mit meiner ursprünglichen Einschätzung habe ich falsch gelegen. Dies wird mich allerdings nicht daran hindern, erneut Prognosen abzugeben. Vielleicht werde ich wieder Unrecht haben. Wir werden sehen…

Mit den besten Grüßen,

Ihr Adam Lass

US-Redakteur Taipan

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