Der Lohn des blinden Optimismus

17. August 2010

Jeder, der Ihnen derzeit von der rosigen Wirtschaftslage erzählt, ist entweder ein hoffnungsloser Optimist oder möchte Ihnen etwas verkaufen. Was mich heute Morgen recht schnell erwachen ließ war ein Bericht, wonach der Ausblick von Macy’s (NYSE: M) der beste seit Jahren sein soll.

Obwohl man solche Dinge immer im Kontext sehen sollte, ist der Umsatzanstieg in der ersten Jahreshälfte um 7,2% wirklich nicht schlecht. Im Vorjahreszeitraum litten die Verbraucher noch immer unter der Last der großen Rezession. Es fröstelt mich aber wirklich wenn ich im Quartalsbericht lese, dass die unsichere Wirtschaftslage den Lauf des Unternehmens nicht beeinträchtigen dürfte. Nicht jeder im Einzelhandel ist so frohen Mutes. In etwa zeitgleich war nämlich von Macy’s-Konkurrent Kohl’s (NYSE: KSS) eine pessimistischere Geschichte zu hören.

Das Kohl’s-Management ist ob des unsicheren Wirtschaftsausblicks deutlich besorgter. Insbesondere denkt man dort über die Washingtoner Finanzreform nach und erwartet angesichts der neuen Kreditkartenregulierung im zweiten Halbjahr 2010 einen Rückgang des Ergebnisses um 40 Mio. Dollar. Wir haben also zwei Einschätzungen für den Rest des Jahres: Eine ist offen optimistisch, während die andere eine raue See erwarten lässt. Macy’s wird dafür mit einem steigenden Aktienkurs belohnt, während die Ehrlichkeit von Kohl’s mit einem 52-Wochentief bestraft wird. Unfair? Sicherlich. Aber ich wette, dass sich das Blatt für beide bald wenden wird. Für die Aktie von Macy’s kann es sehr weit nach unten gehen.

Mit freundlichen Grüßen,

Adam Lass

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