Nach Deutschlandwahl fällt der Euro
23. September 2005Es sind weiterhin keine guten Zeiten für die Euro-Bullen. Die Crossrate Euro/USD taumelt unterhalb von 1,230 US$ wie ein angeschlagener Boxer durch den Ring. Der fundamentale Hintergrund ist klar. Die Wahl in Deutschland, dem Rückrat von Europa. Wir hatten Ihnen ja schon letzte Woche geschrieben: „Kurzfristig ist der Euro jetzt extrem überverkauft. Damit ist die Währung eigentlich reif für einen Rebound bis in den Bereich von 1,240 US$. Wir schreiben jedoch eigentlich, denn natürlich wird der Euro von der Wahl belastete. Dabei erwarten wir, dass jede Regierungskonstellation außer schwarz-gelb von den internationalen Devisenmärkten negativ aufgenommen wird. Die sich abzeichnende Wahrscheinlichkeit, dass dies nicht der Fall ist, wird ja derzeit schon in den Euro eingepreist. Trotzdem ist es zu risikoreich, sich vor der Wahl zu positionieren.“
Kurzfristiger Abwärtstrend ausgebildet
Genau so ist es auch gekommen. Deshalb haben wir auch die Füße still gehalten. Anleger, die sich doch auf die Euro-Long-Seite getraut haben, dürfen sich für ihre Verluste bei den Rot-Wählern in Deutschland bedanken. Inzwischen hat der Euro auch noch die 90- Tage-Linie durchschlagen und dabei einen steilen kurzfristigen Abwärtstrend ausgebildet. Hält die Unterstützung bei 1,210 US$ nicht, ist mit einem Test der diesjährigen Tiefstkurse im bereich von 1,19 US$ zu rechnen. Aber: Hier spielt natürlich Hurrikan Rita eine entscheidende Rolle. Sollte der Hurrikan wirklich die befürchteten Verwüstungen und vor allem die Schäden in der Ölindustrie anrichten, wird das den US$ kurzfristig massiv unter Druck bringen. Sie sehen schon, die Situation ist unkalkulierbar. Nur Spekulanten mit der Bereitschaft zum Totalverlust gehen in einer solchen Situation an den Devisenmarkt. Dazu gehören wir nicht und deshalb bleiben wir passiv.




