Der deutsche Export schadet der Eurozone

23. August 2010

Erinnert sich noch jemand an die Krise der Eurozone? Die Krise, die inzwischen in den Hintergrund gerückt ist? Nun, sie ist alles andere als vorüber. Sie hat bloß eine Pause eingelegt und der nächste Akt wird sich deutlich schlimmer gestalten als die vorangegangenen.

In der letzten Woche hat Deutschland das schnellste Wirtschaftswachstum seit 20 Jahren verkündet: Das BIP nahm um 2,2% im Quartalsvergleich zu, was zu guten Teilen dem Export zu verdanken ist. Wie üblich erzählen die Schlagzeilen aber nicht die gesamte Geschichte. Wie immer haben die Optimisten die Schlüsselelemente der Meldung nicht verstanden. In Griechenland ist die Lage weiterhin prekär: DER SPIEGEL schreibt über eine Todesspirale, in der sich das Land befinde. Derweil prognostiziert Menelaos Givalos von der Athener Universität extreme soziale Folgen der im September anstehenden Entlassungen in Griechenland. Dies sind die Früchte des griechischen Sparprogramms.

Kommen wir auf Deutschland zurück: Deutschland ist drei- oder viermal so stark von Exporten abhängig wie Japan und die USA. Die aggressive Exportstrategie Deutschlands macht die schwächeren Euroländer noch ärmer. Griechenland und all die anderen haben nicht viel, das sie Deutschland im Gegenzug verkaufen können. Der deutsche Handelsüberschuss wird deshalb zum Handelsdefizit der Partnerstaaten. Nach meiner Ansicht wäre eine geordnete Auflösung der Eurozone das Beste für Europa, da Deutschland und die südeuropäischen Staaten dann getrennte Wege gehen könnten. Die Idee des Euros, der ohne Sinn für politische und ökonomische Realitäten erschaffen wurde, gehört in den Papierkorb der Geschichte.

Mit freundlichen Grüßen,

Justice Litle

US-Redakteur Taipan

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