Von Währungswahn und Pragmatismus

25. August 2010

Zu meinem Artikel vom Montag erreichte mich eine Anzahl Leserbriefe. Jørgen aus Dänemark schrieb:

„Im Gegensatz zu den USA könnte Europa auf die nationalstaatliche Ebene zurückfallen und dennoch auf zivilisierte Weise funktionieren. In den USA sieht es da schon anders aus. Sie scheinen auf eigenartige Weise auf den Untergang Europas zu hoffen, während die USA der starke Mann sind. Diejenigen USA, die routiniert mit Statistiken lügen und sich in die Angelegenheiten anderer Staaten einmischen. In den USA gibt es viel größere Staaten als Griechenland, die viel größere Probleme haben.“

Zunächst einmal: Regelmäßige Leser dieser Zeilen werden wissen, dass wir keineswegs glühende Verfechter US-amerikanischer Praktiken sind. Wir weisen regelmäßig auf die kriminellen Machenschaften in Washington und die fiskalischen Probleme des Staats hin. Ferner hoffe ich keineswegs, dass die Eurozone zerbricht. Ich rechne nur einfach damit. Und die Erwartung eines Zusammenbruchs des Euros ist keinesfalls gleichbedeutend mit einem Zusammenbruch Europas. Es gibt nicht wenige die behaupten, dass die wahren Stärken Europas erst nach dem Verschwinden des Euros zutage treten können.

Die Geschichte künstlich geschaffener Währungsräume ist eine Geschichte des Versagens. Als Großbritannien 1992 aus dem europäischen Wechselkursmechanismus gedrängt wurde, taten die Verantwortlichen dem Land einen großen Gefallen. Es gibt viele weitere Beispiele. Bei unseren Betrachtungen handelt sich also nicht um Boshaftigkeit, sondern um pragmatische Beobachtungen.

Mit freundlichen Grüßen,

Justice Litle

US-Redakteur Taipan

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