Logische Botschaften

27. August 2010

Ich halte die aktuellen Diskussionen rund um eine Bond-Blase für irreführend. Bei US-amerikanischen Treasuries handelt es sich nicht etwa um holländische Tulpen oder Dotcom-Aktien. Außerdem sollten wir nicht vergessen, dass viele der Pessimisten keine Ahnung vom Bond-Markt haben. Peter Schiff äußerte kürzlich in CNBC, dass das aktuelle Jahrzehnt für Bonds wohl das schlimmste Jahr der US-Geschichte wird. Dabei hat er seine Worte weise gewählt. Was genau meint er, wenn er von "diesem Jahrzehnt" spricht? Etwa den Zeitraum bis 2020 und darüber hinaus? Unmöglich wäre dies zumindest theoretisch nicht. Und wir dürfen dabei auch nicht vergessen: Bonds sind nicht wie Aktien.

Bei Aktien spielt der spekulative Gedanke eine entscheidende Rolle. Wir erinnern uns an die Zeit, als Unternehmen über Nacht von College-Studenten gegründet wurden, keinen Gewinn erwirtschafteten, und man uns Glauben machen wollte, dass diese Unternehmen auf dem besten Weg seien, die Welt zu beherrschen. Und bei der Immobilienblase versuchten sie uns davon zu überzeugen, dass die Häuserpreise niemals (!) sinken würden. Die Bond-Blase gibt uns allerdings ganz andere Dinge zu verstehen: Zum Beispiel, dass die USA sich wie Japan entwickeln könnten, oder dass die US-amerikanische Wirtschaft trostlos dahinsiechen wird – vielleicht für Jahre, möglicherweise aber auch für Jahrzehnte. Eine andere Nachricht ist jene: Der US-Notenbank fehlt der Wille, uns aus dem Liquiditätsengpass zu befreien. Hierbei handelt es sich durchaus um logische Botschaften, finden Sie nicht?

Mit den besten Grüßen,

Ihr Justice Litle

US-Redakteur Taipan

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