Ein Boom der Verbraucherausgaben?
31. August 2010Hat die endlose Serie an "gemischt" ausgefallenen ökonomischen Daten nun ein Ende gefunden? Aus einer Untersuchung von Bloomberg, für die 159.919 aktuelle Ratings für Unternehmensaktien zusammengetragen wurden, geht hervor, dass die Analysten davon überzeugt sind, dass die Gewinne der Unternehmen im nächsten Quartal durchschnittlich um rund 36% steigen werden. Damit liegen die Prognosen so hoch wie seit 1988 nicht mehr. Gleichzeitig wurde allerdings für weniger als 29% jener Aktien eine Kaufempfehlung ausgesprochen. Weitere 54% wurden mit "neutral" eingestuft.
Wenn man nun hingegen Senior Analyst Howard Silverblatt von Standard & Poor's fragen würde, dann würde er uns antworten: Gewiss, diese Gewinnprognosen auf Rekordniveau sind schön und gut, aber ich würde nicht darauf wetten.
Und mussten wir nicht jüngst erfahren, dass das BIP-Wachstum, das wir in den letzten Quartalen in den USA beobachtet haben, auf nichts anderem als auf Hoffnung beruhte? Und dass sich die USA eigentlich überhaupt noch nicht von der Rezession erholt haben? Natürlich, es könnte stimmen, dass die Verbraucherausgaben im Juli um 0,4% angestiegen sind. Aber diese Entwicklung folgt auf einen Rückgang von 0,1% im April und auf einen Anstieg von 0,1% im Mai. Im Juni sind die Ausgaben auf stabilem Niveau geblieben. Wir sprechen hier von Werten auf niedrigem Niveau. Darüber hinaus spiegeln diese Zahlen die tatsächliche Kaufkraft der Amerikaner nicht wider. Was wir also derzeit erleben, ist alles andere als ein Boom der Verbraucherausgaben.
Mit den besten Grüßen,
Ihr Adam Lass
US-Redakteur Taipan




