In Korrektur-Phasen halten wir unser Depot klein.

10. März 2006

Konjunkturnachrichten liefern keine Kaufgründe

 

Wie soll da gute Laune aufkommen? Die Amerikaner können zwar erleichtert aufatmen, dass ihre Häfen nicht in die Hand „finsterer Araber“ fallen. Denn im Streit um die Übernahme von 6 US-Häfen durch arabische Investoren hat Dubai Ports World jetzt überraschend angeboten, den Betrieb der Anlagen an US- Firmen zu übergeben. Was immer das auch im Detail bedeutet, an den Börsen spielte das keine Rolle. Die US-, aber auch die europäischen Börsen rutschten aus einem anderen Grund ins Minus. Nachdem die EZB den Leitzins erhöht hat, geht jetzt in den USA die Angst um, dass auch die amerikanische Notenbank weiter an der Zinsschraube drehen könnte. Die Zinsen für die 10-jährige Staatsanleihe liegen mit 4,75% sehr hoch, und es gibt Befürchtungen, dass die Zinsen weiter auf 5% steigen könnten. Und das könnte Kapital vom Aktienmarkt in Richtung festverzinsliche Papiere abziehen.

 

Höhere Zinsen in den USA?

 

Auch die zuletzt gemeldeten Daten vom Arbeitsmarkt lieferten nicht die besten Kaufgründe am Aktienmarkt. Denn in der vergangenen Woche sind die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung um 8.000 auf über 303.000 gestiegen. Der eigentliche Dämpfer kam aber von einer anderen Seite. Das Handelsdefizit der USA ist erneut auf ein Rekorddefizit gestiegen – auf 68,51 Mrd. US$. Die Amerikaner haben zwar im Januar 2,5% mehr Waren und Dienstleistungen ins Ausland exportiert, insgesamt 114 Mrd. US$, auch das ein Rekord. Doch die Importe aus dem Ausland sind noch stärker gestiegen, nämlich um 3,5% auf 182 Mrd. US$. Das liegt vor allem an dem kräftig gestiegenen Import an verschiedenen Erdölprodukten sowie Autos. Interessant ist dabei das Handelsdefizit mit China. Gegenüber dem Rekordniveau von 20,5 Mrd. US$ ist es erstmals wieder gesunken, auf knapp 18 Mrd. US$ – was dem unter Druck geratenen Präsident Bush wieder etwas mehr Luft verschafft. Aber auch das hat nicht gereicht, um den Aktienmarkt in Stimmung zu bringen. Deshalb war es diese Woche auch richtig, einmal die Füße still zu halten – nach dem Motto: der beste Trade ist manchmal der, der man nicht macht. Das kann aber nächste Woche schon wieder ganz anders aussehen.

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