Schwache Konjunkturdaten belasten die Wall Street

3. November 2006

Positions-Depot hält sich stabil

 

„Wie ein Luftballon mit einem winzigen Loch sind die US-Börsen in den letzten 5 aufeinander folgenden Tagen in sich zusammen gefallen, nachdem sich der Blue-Chip-Index Dow Jones zu einem neuen Rekordhoch bei über 12.000 Punkten aufgeblasen hatte.“ Dieser Kommentar des Wall Street Journal ist passend. Denn vom Hoch bei 12.163 Punkten hat sich der Dow wieder verabschiedet, gestern ist er kurz wieder unter die 12.000 Punkte gefallen. Anders der Nasdaq Composite, der zunächst mit dem neuen Widerstand bei 2.360 Punkten gekämpft und erst in den letzten beiden Tagen abgegeben hat. Insgesamt trauen wir dem Nasdaq wesentlich mehr Potenzial zu als dem Dow. Aber auch hier stellt sich die Frage: Ist das bereits eine Trendumkehr – weg von der Jahresendrallye – oder haben wir es eher mit einer gesunden Korrektur innerhalb eines intakten Aufwärtstrends zu tun? Wenn Sie einen Blick auf den Nasdaq-Chart auf Seite 3 werfen, finden Sie die Antwort: Der Nasdaq bewegt sich weiterhin in einem intakten Aufwärtstrend. Erst wenn er bis etwa 2.280 Punkte absackt, ist der seit Mitte August laufende Aufwärtstrend in Gefahr. Doch vorher finden Sie bereits im Bereich von 2.300 Punkten eine erste horizontale Unterstützung. In der charttechnischen Kurzanalyse vom letzten Weekly Update hatten wir Sie bereits auf dieses Szenario hingewiesen („Aufwärtstrend weiter intakt, kurzfristig ist Nasdaq weiter anfällig für Korrektur“). Der Nadelstich für den Aktienmarkt war ein ganzes Bündel von schwachen Konjunkturdaten. Im Vordergrund standen in der vergangenen Börsenwoche die Produktivität. Diese ist im 3. Quartal nicht gestiegen, sondern nahezu unverändert geblieben. Auf das Jahr gerechnet, hat die Produktivität lediglich um 1,3% zugelegt – der schwächste Wert seit etwa 10 Jahren. Auf der anderen Seite sind die Arbeitskosten so stark gestiegen wie seit 16 Jahren nicht mehr. Die Arbeitskosten sind aber ein wesentlicher Antriebsfaktor für die Inflation. Und das Thema kennen Sie. Inflationssorgen ruft sofort die Fed, die amerikanischen Notenbank auf den Plan. Dabei hat die Wall Street gerade über das Ende der Zinserhöhungen gejubelt, mehr noch: eine ganze Reihe von Investoren stellen sich bereits auf Zinssenkungen in den nächsten Monaten ein. Hinweise auf eine mögliche Zinssenkung hat es von der Fed allerdings nicht gegeben. Oder wie deuten Sie die Äußerungen von Dallas Fed-Präsident Richard Fischer? In einer Rede in New York diese Woche sagte Fischer, dass der die Inflation immer noch für zu hoch hält, „es ist aber möglich, dass der Trend bei der Inflation der Verbraucherpreise seinen Höhepunkt erreicht hat und sich jetzt abschwächt.“ Vor diesem Hintergrund ist natürlich verständlich, warum die US-Börsen bei nachlassender Produktivität und steigenden Arbeitskosten nervös reagieren. Doch mit den Aktien aus unserem Positions-Depot sind Sie recht gut abgesichert und liegen weiterhin bis zu 30% vorn. Je nach charttechnischer Situation entscheiden wir aber, einzelne Positionen glatt zu stellen.

 

Diesen Artikel weiterempfehlen ... Diesen Artikel weiterempfehlen ...

Einen Kommentar schreiben