US-Börsen vor dem langen Wochenende in Wartestellung –
1. September 2006- Entwarnung von der Zinsfront
Noch einmal bäumen sich die Temperaturen auf, im Rheinland waren es heute schon wieder fast 25 Grad (nun ja, dort, wo ich mich in Frankreich für ein paar Wochen im Jahr aufhalte, sind es jetzt noch über 30 Grad). Das Ende des Sommerlochs hinterlässt auch an den Börsen noch seine Spuren. Das Handelsvolumen ist immer noch sehr dünn. Das gilt auch für die US-Börsen. Denn viele Amerikaner sind bereits gestern zu einem Kurzurlaub gestartet, denn am Montag wird in den USA Labor Day (Tag der Arbeit) gefeiert. Und deshalb hört man schon am Donnerstag auf zu arbeiten. „Ab jetzt sind alle in den Ferien, da passiert nicht mehr viel an den Börsen“, sagt zum Beispiel Dirk von Dijk, Research- Direktor bei Zacks Investment Research. „Die Leute sind nicht am Börsenparkett, sondern am Strand.“ Hinzu kommt, dass in den Köpfen der Anleger offensichtlich der schlechte Börsenmonat September bereits jetzt schon vorweg genommen wird. Sie erinnern sich vielleicht: Nach Angaben des Stock Trader Almanachs hat sich seit den 50er Jahren bestätigt, dass die wichtigsten US- Indizes nachgegeben haben. Und warum soll man dann investieren, wenn sowie alle erwarten, dass historisch gesehen, die Kurse nachgeben. Die Logik geht aber auch andersrum: Wenn alle einen schlechten Börsenmonat erwarten und die Kurse nachgeben, gibt es mit Sicherheit spannende Einstiegskurse. Die Schlauen werden jedenfalls diese Zeit, aktiv nutzen und gezielt mit Abstauberlimiten in Korrekturphase zuschlagen. Wir werden das jedenfalls für Sie tun, wenn sich das Sommerloch jetzt endgültig dem Ende nähert. Denn es gibt noch einen zweiten sehr interessanten Aspekt. Es ist nämlich, wie sollte es anders sein, historisch-statistisch abgesichert, das seit vielen Jahrzehnten die besten Börsenmonate eines Jahres November und Dezember sind. Hier wird das meiste Geld verdient. Und es kommt sogar noch ein dritter Punkt hinzu, auch der ist, verzeihen Sie mir das, historisch-statistisch abgesichert: der 4jährige Zyklus der Präsidentenwahlen. Historisch gesehen, hat sich gezeigt, dass zu einem bestimmten Punkt in der zweiten Amtszeit eines Präsidenten die Aktienkurse scharf nachgeben, um anschließend zu einer Rally durchzustarten. Nun, die scharfe Korrektur haben wir gehabt. Schauen Sie sich nur die Indexstände von heute und die von Mitte Mai an.
Weitere Faktoren, die für eine Rally sprechen, ist der Zinsstop der US-Notenbank. Wie Sie wissen, wurde erstmals seit 2 Jahren die Zinsen nicht mehr erhöht. In den letzten Wochen hat es durch die teilweise konfuse Kommunikation des neuen Fed-Chefs Bernanke einige Irritationen gegeben, die von vielen Anlegern, als eine Hauptursache für den Kursrutsch seit Mai gesehen wird. Um noch möglichen Orientierungspunkten zu suchen, hängt deshalb die Wall Street bei jeder Rede an den Lippen des Fed-Chefs. Alan Greenspan hat dieses Spiel in der Vergangenheit wunderbar verstanden. Und was ist letzten Dienstag passiert? Gar nichts. Und das ist eigentlich eine gute Nachricht. Denn Bernanke hat viel davon gesprochen, dass sich die Produktivität in den USA verbessert und der Lebensstandard ebenfalls. Aber auf eine mögliche Zinserhöhung ist er nicht eingegangen. Denn das wäre derzeit wirklich Gift für die Börse.




