Aktienmärkte im Griff der sich ausweitenden Immobilienkrise

10. August 2007

Erdgas-Turbo zieht kräftig an

 

Meine Einschätzung der Aktienmärkte vom letzten Weekly Update hat sich diese Woche erneut bestätigt. Letzte Woche schrieb ich an dieser Stelle: „So können Sie diese hektische Phase aktuell recht beruhigt von der Seitenlinie aus und beobachten, ohne das Risiko einzugehen, unter die Räder zu geraten. Sobald sich die Aktienmärkte wieder beruhigen, werden wir wieder mit ausgesuchten Qualitätswerten zuschlagen. Jetzt ist nicht die Zeit, höhere Risiken einzugehen. Denn noch liefern die Aktienmärkte auch von der Charttechnik kein klares Einstiegssignal.“

 

Abwartende Strategie hat sich bisher ausgezahlt

 

Konsequenterweise haben wir auch keine neuen Werte zum Einstieg empfohlen. Wie richtig diese abwartende Strategie war, zeigt sich diese Woche. Der Aktienhandel der letzten Tage war hektisch und extrem nervös, von Hongkong über Frankfurt bis nach New York dominieren die roten Minuszeichen. Mittlerweile ist sogar von Panikverkäufen die Rede. Damit haben Sie zum Glück aufgrund unserer zurückhaltenden Strategie nichts zu tun. Auslöser der aktuellen Kursturbulenzen ist erneut die Hypothekenkrise in den USA, die jetzt größere Kreise zieht. Nachdem ich im letzten Weekly Update darüber berichtet habe, dass es in Deutschland Gerüchte gibt, dass auch kleinere Kreditinstitute davon betroffen sind, bestätigt sich nun in den USA: Auch Großbanken haben sich mächtig die Finger verbrannt. Jetzt wird auch vor Zahlungsausfällen bei besser abgesicherten Hypotheken gewarnt. Solange sich das Problem aber nicht genau beziffern lässt, werden die erhebliche Unsicherheit an den Aktienmärkten zu- und die Risikobereitschaft insgesamt abnehmen. Dies führt bereits jetzt dazu, dass Liquidität abgezogen wird. Zwar hat US-Präsident Bush versucht, die Lage zu beruhigen. Die Krise auf dem US-Immobilienmarkt habe bisher keine ernsthaften Spuren in der weltgrößten Volkswirtschaft hinterlassen. Allerdings weisen ihn seine wenig konkreten Aussagen nicht gerade als kompetent aus: „Man hat mir gesagt, dass im System genügend Liquidität vorhanden ist, um eine Marktkorrektur zu ermöglichen.“

 

Banken erhöhen Liquidität

 

Nun, das Gegenteil ist der Fall. Längst machen sich in den letzten beiden Tagen immer mehr Marktteilnehmer Sorgen über eine Liquiditätsverknappung. Nur so ist es zu erklären, dass die EZB in einer Sofortmaßnahme fast 95 Mrd. € an frischem Geld in den Markt gepumpt hat, die US-Notenbank versorgte die Aktienmärkte mit 24 Mrd. US$ Liquidität. Aufgrund des unklaren Ausmaßes der Immobilienkrise decken sich viele Geldinstitute mit flüssigen Mitteln ein, um der Krise gewappnet zu sein. Bereits im letzten Weekly Update hatte ich dazu geschrieben: „Es drängt sich vielmehr die Vermutung auf, dass die Konsequenzen der Kredit-Krise noch überhaupt nicht absehbar sind. Verharmlosung ist also nicht angebracht. Solange dies der Fall ist, wird sich die Berg- und Talfahrt an den Börsen auch fortsetzen.“ Das können Sie deutlich am Nasdaq ablesen, der wieder unter die Marke von 2.600 Punkten abgerutscht ist Auch hier hat sich das Bild der letzte Woche wieder bestätigt: Kleinste Kurssteigerung wurden sofort zu Gewinnmitnahmen genutzt. Der Ausflug des Nasdaq in Richtung 2.620 Punkte war nur von kurzer Dauer. Deshalb ist es in diesem Marktumfeld weiter richtig, die Füße stil zu halten und weiterhin keine unnötigen Risiken einzugehen. Das oberste Gebot lautet zunächst: Abwarten bis weiter Klarheit über das Ausmaß der aktuellen Krise besteht, weiter Liquidität aufbauen, um dann gestärkt wieder zu zuschlagen.

 

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