US-Notenbank gibt Entwarnung, Dow Jones zieht auf neues Rekordhoch

2. Februar 2007

Was will man mehr. Die deutsche Nationalmannschaft liefert sich gegen den Favoriten Frankreich einen sensationellen Handball-Krimi, und keiner freut sich so schön wie unser Lieblingsfan, Bundespräsident Köhler. Durch Vorbereitungen auf die 3sat-Sendung heute Abend (siehe dazu auch das PS) habe ich leider nur die Verlängerung verfolgen können – ich habe früher selbst Handball gespielt – , doch es hat sich gelohnt. Und jetzt machen uns auch noch die US-Börsen ein Geschenk. Der Dow Jones hat mit 12.673 Punkten ein neues Rekordhoch erreicht. So langsam beginnen die Anleger zu verdauen, was uns der Chef der amerikanischen Notenbank im Verlauf der Woche aufgetischt hat. Denn nichts schlägt den Anlegern mehr auf den Magen als Unsicherheit. Doch das Thema ist erst einmal vom Tisch. Die US-Konjunktur befindet sich nach den jetzt vorliegenden Daten in einer besseren Verfassung als von vielen vermutet. Die wichtigste Meldung dieser Woche war denn auch die Äußerung von Fed-Chef Ben Bernanke, wonach er von einem geringeren Inflationsdruck ausgeht. Wichtig ist zwar, dass er die Zinsen unverändert gelassen hat. Doch von größerer Bedeutung ist die Begründung dafür.

 

US-Inflation geringer als erwartet

 

Zum einen lag die Inflation im Dezember unter den Erwartungen, zum anderen zieht die US-Wirtschaft wieder kräftig an. Und zwar mit einem BIP-Wachstum von 3,4% für das letzte Jahr, was über den 3,2% von 2005 liegt. Der US Chefvolkswirt der Bank of Amerika spricht von einer „anhaltenden Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft gegen die Immobilienkrise.“ Dazu ein interessanter Vergleich: Der Wohnungsbau ist im letzten Jahr um 20% zurückgegangen, gleichzeitig konnte der private Konsum um 4,4% zulegen. Es deutet sich damit an, dass der Immobilienmarkt in den USA das Schlimmste hinter sich hat. Geholfen haben dabei natürlich auch die gesunkenen Energiepreise. Denn so haben die Verbraucher mehr Geld im Portmonee, was bei den konsumfreudigen Amerikaner dort aber nicht lange bleibt, wovon wiederum die US-Wirtschaft profitiert.

 

Hat der US-Immobilienmarkt das Schlimmste bereits hinter sich?

 

Alles in Allem ein erfreulicher Start ins neue Börsenjahr. Doch eins ist auch klar: Wer jetzt auf diesem hohen Niveau einsteigt, braucht starke Nerven und gute Argumente. Oder gute Aktien, wie den US-Spezialmüll-Entsorger Clean Harbors, in den Sie allerdings schon vor dem jetzigen Rekordhoch eingestiegen sind. Zum Glück. Denn Sie liegen bereits über 44% vorn.

 

 

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