Kommt jetzt die gesunde Korrektur an den US-Börsen?

9. Februar 2007

Zahl der faulen Kredite steigt in den USA

Hat der US-Immobilienmarkt das Schlimmste bereits hinter sich? Das war meine Frage vom letzten Weekly Update. Ein Warnzeichen für Hausmarkt kam von der internationalen Großbank HSBC Holdings. Und zwar einen Tag, nachdem der Dow Jones intraday bei 12.700 Punkten ein neues historisches Rekordhoch markiert, um dann allerdings gestern im Handel wieder unter 12.600 Punkte zu tauchen und knapp darüber bei 12.637 Punkten zu schließen. Neben der HSBC Holding gehörten auch weitere Finanztitel wie Citigroup und J.P. Morgan Chase zu den gestrigen Verlierern. Hintergrund dafür ist, dass die Zahl der faulen Kredite um 20% höher ausfallen könnte, als von Analysten prognostiziert. Sie wissen, wie sehr die Wall Street auf die Consenus- Schätzungen der Analysten achtet. Wenn diese nur um wenige Cents verfehlt wird, kann dies gerade bei kleineren Aktien zu heftigen Kursabschlägen führen. Auf der anderen Seite können Aktien aber auch dann steigen, wenn sie einen Quartalsverlust ausweisen, so wie beim Überwachungsspezialisten Osi Systems, den ich in der letzten Sendung der 3satBörse vorgestellt habe. Woran das liegt? Nun der Verlust aufgrund von Einmaleffekten bei Osi Systems war erwartet worden, er fiel aber geringer aus als von den Analysten erwartet. Deshalb konnte die Aktie sogar zulegen. Bei der HSBC Holding hat jedoch keiner damit gerechnet, dass man wesentlich mehr faule Kredite als erwartet abschreiben muss. Immer mehr Amerikaner können wegen steigender Zinsen ihre Hypotheken nicht mehr bezahlen (dass passiert, wenn man variable und nicht feste Zinsen vereinbart). Aufgrund der gefallenen Immobilienpreise können sie ihre fremdfinanzierte Immobilie aber auch nicht einfach so verkaufen. Damit rückt dieser Schatten der US-Volkswirtschaft wieder in den Mittelpunkt, belastet die Börsen und verdrängt auch die positiven Konjunktur- und Unternehmens- Nachrichten, die es ebenfalls gegeben hat. So sind zum Beispiel die Lagerbestände im US-Großhandel im Dezember überraschend stark gesunken. Mit einem Rückgang von 0,5% ist das der stärkste Rückgang seit 2003. Auf der anderen Seite sind die Verkäufe stark um fast 2% angezogen. Das wiederum deutet nicht gerade auf eine schwache Konjunktur hin. Doch was machen die Aktienmärkte? In den USA mehren sich die Stimmen, die von einer „überfälligen gesunden Korrektur“ sprechen.  Doch wenn alle davon sprechen, tritt vielleicht genau das Gegenteil ein. Klar ist: Als Trader hat man immer schlechte Karten, wenn man sich gegen den Markt stellt. Deshalb lassen wir unsere Positionen wie zum Beispiel Clean Habors (+43%) und der neue Trader-Wert Momenta Pharmaceuticals (jetzt erfreuliche + 9,80%) weiter laufen.

 

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