Schwacher Einzelhandel setzt der Rally an den US-Börsen ein abruptes Ende

11. Mai 2007

Jetzt ist beides passiert. Endlich. In Deutschland hat es nach Wochen der Dürre geregnet und die Aktienmärkte sind dabei zu korrigieren. Darauf hatte ich Sie bereits im letzten Weekly Update hingewiesen. „Während man sich in Deutschland die Frage stellt, wann es endlich regnet, frage ich mich, wann die US-Börsen endlich zu Gewinnmitnahmen ansetzen. Denn eigentlich ist das längst fällig. In den Chart des Nasdaq Composite haben sich nämlich längst klare Verkaufssignale geschlichen. Doch sie werden zurzeit schlicht ignoriert bzw. kleine Korrekturen werden sofort aufgekauft. Allerdings dürfen wir auch nicht ignorieren, dass die Märkte jetzt stark überkauft und damit reif für eine Korrektur sind.“ Nun, wenn Sie sich jetzt den Chart des Nasdaq anschauen, dann werden die Verkaufssignale, von denen ich letzte Woche sprach, nicht mehr ignoriert. Und das ist wahrscheinlich sogar eine Untertreibung. Denn radikaler hätte der Stimmungswandel kaum sein können.

 

Doch keine Zinspause in den USA?

 

Am Mittwoch hatte alles noch gebannt auf die Entscheidung der amerikanischen Notenbank gewartet. Bereits in den ersten Handelsstunden waren die US-Börsen sehr nervös und rutschten sofort ins Minus, was allerdings zum Handelsschluss wieder aufgeholt werden konnte. Die weitere Aussicht auf eine Zinspause hat die Märkte wieder beruhigt. Doch zu jeder Fed-Entscheidung gibt es auch eine Begründung, und die hat dann doch einen negativen Beigeschmack. Denn die Fed macht sich weiter Sorgen um eine anziehende Inflation, was weitere Zinserhöhung nicht ausschließt. Auslöser für die gestrige heftige Korrektur war aber nicht die Fed, sondern deutliche Umsatzeinbrüche beim US-Einzelhandel – stärker als befürchtet. Im April wurde das schlechteste Ergebnis seit mehr als 30 Jahren erzielt, und das kann nicht nur am schlechten April-Wetter gelegen haben. Zumindest sieht das die Börse so und befürchtet, dass die Konsumzurückhaltung der US-Verbraucher insgesamt die Wirtschaftdynamik bremsen könnte. So fielen zum Beispiel bei Wal-Mart Stores im April die Umsätze um 3,5%, auch einige Modeketten wie Abercrombie &Fitsch lagen unter den Erwartungen. Reicht das aber als Begründung für den Rückgang aller wichtigen US-Indizes? Der Nasdaq verlor zum Beispiel 1,65%, der Small-Cap-Index Russel sogar knapp 2%. Auffällig ist, dass vor allem stark überkaufte Werte überproportional abgestraft wurden. Das sind dann aber auch die Aktien, die in einer Aufwärtsphase am schnellsten wieder nach oben springen. Dazu gehört zum Beispiel auch die Ölsucher-Aktie Dawson, die jetzt unter die Räder gekommen ist, mit der wir in diesem Jahr aber auch schon satte 17,15% verdient haben. Mein Eindruck ist: Wenn man die Fed-Entscheidung und die schlechten US-Einzelhandelsumsätze zusammen nimmt, war dies für die US-Börsen ein willkommener Anlass, einmal Gewinne mitzunehmen. Denn überfällig war die Korrektur längst.

 

 

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