Die chinesischen Geisterstädte
21. Mai 2011Bloomberg hat eine neue Video-Reihe begonnen, die „China’s Ghost Cities“ heißt. Der erste Teil ist hier auf YouTube zu sehen. Der Reporter Adam Johnson beschreibt, wie die chinesische Regierung riesige Städte baut, in denen noch niemand wohnt. Man geht davon aus, dass China in diese Städte ‚hineinwächst‘. Eine bemerkenswerte Idee. Die Planer in Peking entscheiden einfach dass es gut wäre, wenn eine Million Menschen oder mehr in diese Städte ziehen würde. Dann bauen sie all die Wolkenkratzer, Straßen und Straßenbahnen und warten ab.
Als ich das letzte Mal nachgesehen habe, war zentrale Planung kein großer Erfolg. Die Geschichte zeigt, dass die Allokation von Ressourcen durch Bürokraten nur schlecht funktioniert. Aber der Bloomberg-Reporter ist sicher: „This time it´s different.“ Dass derzeit nur wenige zehntausend Menschen in diesen potenziellen Millionenstädten leben ist demnach kein Problem, da die Menschen irgendwann dorthin strömen werden. Daneben steigert der Städtebau das BIP enorm und schafft unglaublich viele Arbeitsplätze.
Was ist daran eigenartig? Nun ja, Wachstum und Entwicklung sind das Ergebnis freier Marktkräfte. Erfolgreiche Städte entwickeln sich organisch von Grund auf und werden nicht von Bürokraten am Reißbrett entworfen. Im Prinzip wird hier die Idee von John M. Keynes auf die Spitze getrieben. Er schlug vor, Menschen Löcher ausheben und wieder zuschütten zu lassen, nur um ihnen Arbeit zu geben. Es ist besorgniserregend, dass Chinas Wirtschaftswachstum möglicherweise nur eine Wette auf die Zukunft ist.
Mit freundlichen Grüßen,
Justice Litle
US-Redakteur Taipan





Am 25. Mai 2011 um 10:08 Uhr
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