Die Nervosität bleibt: „Sollten Sie jetzt noch auf fallende Kurse setzen?“

23. November 2007

Endlich einmal ein Tag, an dem es keine schlechten Nachrichten aus den USA gibt. Aufgrund des Thanksgiving- Feiertags blieben gestern die Börsen geschlossen und heute wird nur den halben Tag gehandelt. Deshalb sind vor dem Wochenende kaum nennenswerte Impulse aus den USA zu erwarten. Und entsprechend vorsichtig wagen sich auch europäische Anleger wieder an erste Aktienkäufe.

 

Start der Weihnachtssaison gibt wichtigen Hinweis für die weitere Entwicklung

 

Doch das Wichtigste findet jetzt in den USA nicht auf dem Börsenparkett statt, sondern in den Geschäften. Nach dem Thanksgiving-Wochenende beginnt nämlich die Weihnachtssaison. An den Kassen entscheidet sich, wie es mit der Stimmung und der Konjunktur in den USA bestellt ist. Wenn die Weihnachtssaison schleppend verläuft, wird das an der Börse die bestehenden Konjunktursorgen weiter schüren und wir können eine Jahresendrally vermutlich abhaken. Auf jeden Fall konzentriert sich jetzt alles auf den 11. Dezember. An diesem Tag wird die amerikanische Notenbank entscheiden, ob sie die Zinsen weiter senkt. Die Finanzmärkte rechnen damit, dass es zu einer weiteren Zinssenkung kommt, alles andere wäre eine Enttäuschung. Wenn die Fed aber nicht so will, wie die Märkte wollen, könnte den Börsen ein erneuter Schock bevorstehen.

 

Wird die Fed die Zinsen weiter senken?

 

Klar ist, dass eine weitere Zinssenkung das derzeitige Problem nicht löst. Aufgrund der  Kreditkrise sind die Banken untereinander mittlerweile so misstrauisch, dass kaum noch Kredite zwischen Banken vergeben werden. Das weitere Problem besteht darin, dass auch  ein sich abschwächendes Wirtschaftswachstum nicht unbedingt zu einer niedrigeren Inflation führen muss – ein echtes Dilemma für die US- Notenbank.

 

Kreditkrise zieht weitere Kreise

 

Hinzu kommt, dass die Kreditkrise mittlerweile so lange andauert, dass mehr und mehr die Gefahr besteht, dass sie auf die Realwirtschaft durchschlägt. Deshalb ist der Start des Weihnachtsgeschäfts so wichtig.

 

„Ihre Meinung hat ja bisher auch getroffen“

 

Wie Sie sehen, gibt es genug Gründe für die Verunsicherung an den Börsen. Dazu habe ich auch von Wall-Street- Radar-Leser Hans M. eine Mail erhalten. Er hat in den letzten Wochen mit dem Wall Street Radar gut verdient, vor allem den beiden Calls auf den Euro und Silber. Hier seine Mail:

 

Hallo Herr Michler, Herr Wilhelmi,

So langsam werde ich nervös, alle meine schönen call Optionsscheine

(Salzgitter, Porsche, K&Salz, Celesio, Adidas

……) haben sich halbiert und noch weniger.

Was meinen Sie, ist es an der Zeit in Put Optionsscheine zu

tauschen, bzw. welche zu kaufen oder kommt bald eine Wende?

Ihre Meinung würde mich sehr interessieren, bis jetzt hat sie ja

auch getroffen. Übrigens: den Silber Call habe ich nachgekauft,

Sie hatten recht, als Sie mir mehr oder weniger davon abgeraten

haben, denn er ging danach noch etwas runter, aber sonst

hält er sich sehr stabil, gemessen am restlichen Markt, ich

denke, den könnte ich über die 12 Monate Frist halten.

Vielen Dank und viele Grüße

Hans M.

 

Die Frage von Herrn M. ist absolut berechtigt. Seine Mail zeigt aber auch sehr deutlich die immense Hebelwirkung von Optionsscheinen. Wer hier auf dem falschen Fuß erwischt wird oder nicht rechzeitig verkauft, handelt sich schnell ein Verlust von 50% und mehr. Lohnt es sich jetzt mit Puts auf fallende Kurse zu setzen?

 

Wir warten noch etwas ab, um dann im richtigen Moment zuzuschlagen

 

Nein, noch nicht. Denn noch ist der Trend nicht eindeutig. Je klarer der Trend, desto mehr und sicherer werden Sie damit verdienen. Doch weder die fundamentale noch die charttechnische Situation ist derzeit klar. Nach den massiven Verlusten der meisten Indizes in den letzten Tagen bewegen sich die meisten Indizes so gerade noch im mittelfristigen Aufwärtstrend. Mit anderen Worten: Wenn diese Aufwärtstrends halten, bekommen wir ganz schnell wieder Anschlusskäufe und die Indizes ziehen wieder nach oben.

 

Mit einem Put in der falschen Situation können Sie sich ganz schnell eine blutige Nase holen

 

Mit einem Put holen Sie sich da ganz schnell eine blutige Nase. Mit einem Call zum Beispiel auf den Nasdaq Composite können Sie schnell 20%, 30% oder mehr verdienen. Doch jetzt sind Sie besser dran, wenn Sie an der Seitenlinie ausharren und Cash aufbauen, um dann im richtigen Moment zuzuschlagen.

 

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