Die antizyklische Banken-Strategie: So holen Sie aus 7% mehr als 31% heraus
30. November 2007Die US-Wirtschaft gibt den Anlegern weiter Rätsel auf. In Kommentaren wird häufiger das böse R-Wort erwähnt. „R“ steht für Rezession. Wie stark wird die Abkühlung der weltweit wichtigsten Wirtschaft ausfallen? Darüber zerbrechen sich im Moment viele Anleger an der Wall Street den Kopf. Entsprechend herrscht auch Verunsicherung. Mit unserer bewusst defensiven Strategie sind Sie in den letzten Wochen und Monaten gut gefahren. Etliche Positionen konnten Sie mit guten Gewinnen verkaufen, bevor es gekracht hat. Was ich schon im letzten Weekly Update formuliert habe, gilt auch weiterhin: „ Je klarer der Trend, desto mehr und sicherer werden Sie damit verdienen. Doch weder die fundamentale noch die charttechnische Situation ist derzeit klar.“
Zuschlagen, wenn die Stimmung am schlechtesten ist
Im Blickfeld stehen natürlich weiterhin die US-Banken, die weiterhin mit Milliarden-Abschreibungen aufgrund der Kreditkrise zu kämpfen haben. Entsprechend verheerend sehen auch die Charts aus. Wenn ein Sektor charttechnisch wirklich mies aussieht, dann ist es der Banken-Sektor. Doch manchmal muss man sich auch aus der Deckung wagen und genau dann zuschlagen, wenn die Stimmung am schlechtesten ist. Denn wenn die Stimmung so schlecht ist wie derzeit, wird alles undifferenziert über einen Kamm geschoren. Wenn Sie hier gezielt gegen den Trend einsteigen, können Sie viel Geld verdienen. Genau das haben wir jetzt dem Call auf die USInvestmentbank JPMorgan Chase gemacht. Die 9. größte Bank weltweit hat zwar auch unter der Finanzmarkt-Turbulenzen gelitten, ist aber bisher nicht durch Milliarden-Abschreibungen aufgefallen. Trotzdem befindet sich der Kurs nur knapp über dem 52-Wochen-Tief und hat seit April 2007 rund 20% verloren. Schauen wir uns die Zahlen an. In den ersten 9 Monaten 2007 hat JPMorgan die Bruttoerträge um 18% auf 54 Mrd. US$ gesteigert, der Gewinn wuchs um 25% auf 12,4 Mrd. US$. Das 3. Quartal fiel aufgrund der Turbulenzen allerdings schlecht aus. Die Bank ist aber insgesamt sehr gut positioniert. Vor allem im Bereich Asset Management konnte sie gut zulegen., Hier stieg der Gewinn sogar um 51%. Hinzu kommt, dass in den nächsten Jahren das lukrative Asien-Geschäft weiter ausgebaut werden soll. Geprüft werden soll zum Beispiel ein Einstieg in den boomenden chinesischen Broker-Markt.
Nach den Ölscheichs steigen jetzt auch die Chinesen mit Milliarden-Summen in Banken ein
Und genau das ist auch das Stichwort. Nachdem diese Woche bereits ein Staatsfonds aus der Golfregion mit einer Milliarden-Summe in die Citigroup eingestiegen, hat jetzt auch China einen Einstieg in den Banken-Sektor angekündigt. China sitzt auf gewaltigen Devisen-Reserven, die sich jetzt auf 1.460 Mrd. US$ angehäuft haben. Statt einem weiteren Rückgang des Dollars zuzuschauen, wollen die Chinesen nun offensichtlich dem Beispiel der Ölscheichs folgen. Der 200 Mrd. US4 schwere China Investment Corporation (CIC) will künftig wie andere Staatsfonds auch in angeschlagene Banken einsteigen. Erst gestern ist CIC mit 1,8 Mrd. US$ in den belgischen Finanzkonzern Fortis eingestiegen. Eindrittel des Kapitals von CIC ist für Auslandsinvestitionen vorgesehen.
So holen Sie aus 7% mehr als 31% heraus
Wenn sowohl die Araber als auch Chinesen in angeschlagene Banken einsteigen, dann ist das ein Signal. Noch befinden sich die US-Banken jedoch in eindeutigen Abwärtstrends. Wenn diese jedoch gebrochen werden, dürften Sie mit Ihrem Call bereits satt im Plus liegen. Die Aktie von JPMorgan muss jetzt um etwa 7% steigen, um den Abwärtstrend zu brechen. Da Ihr Call aber einen effektiven Hebel von 4,5 hat, liegen Sie dann bereits über 31% im Plus.




