Warten auf die US-Daten – Internationale Börsen fehlen die entscheidenden Impulse

5. Oktober 2007

Wenn es Zweifel daran gibt, dass die Wall Street trotz US-Dollar- Schwäche weiterhin die Weltleitbörse ist, dann muss man sich nur an die aktuelle Situation anschauen: Alles starrt auf die USA. Der Dax bewegt sich zurzeit lustlos auf der Stelle und die asiatischen Börsen haben uneinheitlich geschlossen – Taiwan, Südkorea und Japan liegen im Minus, Hongkong und Singapur legen leicht zu. Es fehlt derzeit an entscheidenden Impulsen, die die Aktienmärkte bewegen. Und diese Impulse kommen heute aus den USA. Denn hier werden heute Nachmittag die Arbeitsmarktdaten gemeldet. Und vorher will kaum ein Anleger vor dem Wochenende ein unnötiges Risiko eingehen. Je nachdem wie US-Arbeitsmarktdaten ausfallen, erhofft man sich Hinweise darauf, wie die Zinspolitiker US-Notenbank weiter aussehen wird. Im Euroland ist klar: Trotz des Drängelns des neuen forschen französischen Präsidenten Sarkozy wird die EZB die Zinsen stabil halten und nicht senken. In den USA ist das nicht so klar. Denn eine ganze Reihe von Marktteilnehmern halten die aktuelle Zinssenkung für nicht ausreichend, um das durch Vertrauen wieder zurück zu erlangen. Auf der anderen Seite ist die Fed aber nicht das Fehlverhalten von gierigen Banken und naiv-fahrlässigen Kreditnehmern verantwortlich. Etwas merkwürdig ist schon, dass die neue “Offenheit” der Bank an den US-Börsen bejubelt wurde. Die Großbanken Citi Group und UBS mussten erhebliche Schieflagen durch die Hypothekenkrise zugeben und die Börsen feiern das mit steigenden Kursen. Hier passen Stimmung und Realität nicht ganz zusammen.

 

Zwangversteigerungen in den USA erreichen Rekordniveau

 

Das sieht auch mein Redaktionskollege Daniel Wilhelmi so, der gerade von einer mehrwöchigen US-Reise zurück gekehrt ist. Sein eindeutiges Fazit: Die Hypothekenkrise ist noch lange nicht ausgestanden. Die Zahl der Zwangsversteigerung in den USA hat mittlerweile ein Rekordniveau erreicht. Und, was ebenfalls gern übersehen wird: Die Zinsbindungsfrist für Millionen von Kreditnehmern läuft in den nächsten Monaten aus. Wenn Sie einmal gebaut und ein Haus gekauft haben, dann wissen Sie, was das bedeutet: Ein nicht unerheblicher Teil der Restschuld muss entweder komplett abgelöst oder erneut über einen Kredit finanziert werden. In den USA haben sich aber viele Kreditnehmer zu sehr niedrigen variablen Zinsen verschuldet, die jetzt trotz Zinssenkung der Fed erheblich steigen werden. Hier kann uns noch eine Schieflage drohen, die noch nicht an den US-Börsen berücksichtigt worden sind. Verstehen Sie mich nicht falsch: Hier will hier keine Panikmache beitreiben. Nach einer Rezession in den USA sieht es derzeit nicht aus. Die Börsen haben sich aber ein Stückweit von der aktuellen Stimmung entfernt. Und eines von beiden wird korrigiert werden – entweder die Stimmung oder die Börsen. Das spricht auf jeden Fall für unsere bisher konservative Strategie, nicht sofort auf jeden sich, bietenden Zug zu springen. Wir werden deshalb weiterhin weitestgehend autarke starke Werte wie den Medizintechnikspezialisten Respironics empfehlen, mit dem Sie schon knapp 5% vorn – und zusätzlich sehr selektiv in Optionsscheine auf ausgesuchte Blue Chips und Indizes für unser spekulatives Depot investieren. Und mit unserer Silber-Call-Nachkauf-Position konnten Sie auch schnelle 20,63% verdienen.

 

 

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