Kurzfristige Gewinnmitnahmen und hoher Ölpreis belasten US-Börsen
22. Februar 2008so sieht der aktuelle Punktstand diese Woche aus:
Indexstände seit Jahresanfang
Dow Jones -7,39%
Nasdaq -13,29%
Dax -14,41%
TecDax -16,83%
Erneut haben die Börsen abgegeben. Interessanterweise haben die deutschen Börsen im Vergleich zu anderen internationalen Börsen (von Wien –18% und Bukarest –25% einmal abgesehen), fast mit am schlechtesten abgeschnitten. Erstaunlich ist weiterhin, dass sich die US-Börsen im Vergleich zu anderen Börsen stabiler halten, obwohl die Kredit-und Finanzkrise von den USA ausgegangen ist. Dabei kommen aus den USA zum Wochenende keine guten Nachrichten. Denn die US-Börsen wurden gleich von 3 Seiten in die Zange genommen. Kurzfristig belastet auf jeden Fall der Ölpreis, der in den letzten Tagen wieder über 100 US$ geklettert ist. Für dieses Jahr rechne ich aber eher mit Ölpreisen im Bereich von 85 US$ bis 95 US$ (wer von Ihnen am Mittwoch um 18.50 Uhr die Nachrichtensendung „aktuelle Stunde“ im WDR gesehen, konnte dort ebenfalls meine Prognose sehen. Denn der WDR hatte mich überraschend zu einem Kurz-Interview eingeladen. Auch wenn der Ölpreis in diesem Jahr wieder sinken wird, ändert das nichts daran, dass der dauerhaft hoch bleiben wird. Auf Sicht von 5 Jahren kann ich mir sogar 150 US$ vorstellen). Mit dem Ölpreis ist aber auch die Inflation wieder gestiegen. Für zusätzliche Nervosität bei den Anlegern sorgte deshalb auch die Meldung, dass der Philly-Fed-Index auf den niedrigsten Stand seit der Rezession 2001 gefallen ist. Der Philly-Fed-Index ist ein wichtiger Gradmesser für die Wirtschaftsaktivität der USA. Der dritte belastende Faktor diese Woche waren allerdings keine Fakten, sondern Spekulationen. Die wurde vom US-Sender CNBC verbreitet wonach die US-Investmentbank Lehman Brothers rund 10% der Belegschaft entlassen werden. Bereits Merrill Lynch musste aufgrund der Kreditkrise Stellen streichen. Und dann gibt es noch eine interessante Untersuchung, die zeigt, wie schlecht derzeit die Stimmung an den Märkten ist: Nach einer globalen Umfrage von Merrill Lynch wollen fast 50% der Befragten ihre Cashposition erhöhen, zweidrittel rechnen sogar mit einer Verschlechterung der Unternehmensgewinne. Doch die für die US-Börsen ist auch eine andere: Wer so negativ ist, hat in der Regel bereits verkauft oder sich abgesichert. Gerade das entzieht dem Markt nämlich weiteren Abwärtsdruck. Deshalb bin ich der Meinung: die eigentliche Überraschung liegt der Erholung der Kurse. Wenn dann nämlich Fondsmanager aufgrund ihrer erhöhten Cashquote nicht investiert sind, bekommen sie ganz schnell kalte Füße und müssen investieren. Vielleicht ist das eine der Gründe, weshalb die US-Börsen nicht so stark gefallen wie andere. Und mit dem international ausgerichteten Infrastruktur-Wert Foster Wheeler haben Sie sogar eine Aktie im Depot, die bisher gegen den Trend kräftig zugelegt hat.




