3 wichtige Trends für 2008, auf die Sie sich einstellen sollten
25. Januar 2008· Gesamtmarkt: unter hohen Schwankungen seitwärts
· USA: Agrar, Pharma, Versorger und Konsumwerte im Mittelpunkt
· US-Dollar: Eine Wette auf einen weiter fallenden US-Dollar ist zu riskant
Wie entwickeln sich die Börsen in 2008? Welche Trends werden laufen und wovon sollte man besser die Finger lassen? Mit diesen Fragen startet wohl jeder Anleger ins neue Jahr. Derzeit schaut die Wirtschaft auf Davos in der Schweiz, wo das Weltwirtschaftsforum stattfindet. Die deutschsprachige Finanzszene schaute jedoch in den letzten 2 Tagen gleichzeitig noch mit dem anderen Auge nach Zürich. Denn dort fand am Dienstag und Mittwoch die angesehen „23. Kapitalanleger- Tagung“ der ZfU statt. Die ZfU, eine renommierte internationale Business School, veranstaltet seit nunmehr 23 Jahren jeden Januar diese Tagung, die sich inzwischen in der deutschen, österreichischen und schweizer Finanzwelt zu einer der großen Veranstaltung für die Strategie-Ausarbeitungen der Börsianer für das jeweils angebrochene Börsenjahr entwickelt hat. Hier treffen sich Asset-Manager, Volkswirte und Chefstrategen von allen Finanzinstituten und andere geladene Gäste, um sich Vorträge zum kommenden Jahr von Koryphäe wie Prof. Dr. Norbert Walter, Chef-Volkswirt der Deutschen Bank, oder Dr. Marc Faber anzuhören.
Ein Blick hinter die Kulissen, bevor es in den Mainstream- Medien breit getreten wird
An den Thesen der zahlreichen prominenten Redner richten viele Fondsmanager Teile ihrer Anlagestrategien für das Monaten von den bekannten Börsen-Gesichtern auf n-tv und Co. sehen werden, kommen von dieser Tagung. Hier werden die Grundlagen für viele Anlageentscheidungen 2008 getroffen. Für unsere Redaktion war Daniel Wilhelmi geladen und vor Ort. Und er hat viele spannende Trends und Investmentansätze mitgebracht, über die dort hinter verschlossenen Türen diskutiert wurde. Dabei muss man bedenken: Dies ist keine Anlegermesse, wo ein TV-Moderator den Privatanlegern eine Daimler-Aktie zum Kauf empfiehlt. Die Leute auf dieser Tagung gehören zur Hochfinanz. Das ist das so genannte Smart- Money, auf das Daniel Wilhelmi im Profit-Radar immer wieder verweist. Normalerweise erfahren Privatanleger von diesen Investmentansätzen erst mit großen Zeitverzögerungen. Denn die Asset- Manager wollen die Ideen erst mal selbst im eigenen Haus umsetzen. Aber dafür lesen Sie ja den Wall Street-Radar – um solche Informationen vor der Masse der Anleger zu erhalten. Und deshalb hat Daniel Wilhelmi für Sie als Leser des Wall Street Radar einige der Themen und Investmentansätze hier zusammengestellt:
Ausblick Gesamtmarkt: unter hohen Schwankungen seitwärts
Zuerst die Kernaussagen: 2008 wird ein schwieriges Börsenjahr. In dieser Meinung waren sich alle Redner und auch fast alle Teilnehmer einig. Der Grundton war bärisch. Da will ich Ihnen gar keinen Honig um den Bart schmieren. Alle Teilnehmer waren sich auch einig, dass die aktuellen Verkäufe dieser Woche übertrieben sind und es eine Gegenbewegung geben wird. Ob die völlig überzogenen Verluste tatsächlich von nur einem Händler der Societe General ausgelöst wurden, kann derzeit niemand sagen. Wie Sie vielleicht wissen, hat der Händler es geschafft hat, allein im Eigenhandel für seine Bank sage und schreibe 4,9 Mrd. € (!) zu verbrennen. Und zwar im Future-Handel auf den DAX und den EuroStoxx. Und wenn Sie sich die ungewöhnlich heftigen Verluste in beiden Indizes gegenüber dem US-Markt anschauen, dann zeigen die ultra-heftigen Kursverluste der Europäer, dass an diesem Gerücht wohl was dran sein könnte. In Zürich habe ich zudem gehört, dass einige UK-Fonds deutsche Papiere ohne Rücksicht auf Verluste verkaufen. Insgesamt sehen die Erwartungen der Hochfinanz für das Börsenjahr so aus: Man geht von einem Seitwärtstrend in den ersten 2 Quartalen aus, der dann in einem guten 2. Halbjahr münden könnte. Der entscheidende Faktor wird sein, wie stark die angeschlagenen Finanzinstitute geschützt werden.
Ausblick USA: Versorger, Pharma und Agrar im Mittelpunkt
Davon wird dann maßgeblich die Entwicklung der US-Börsen abhängen. Hier die Branchenfavoriten, die intern definiert wurden: Auf der Long-Seite werden Agrarwerte, Versorger und ausgewählte Pharmawerte hoch gehandelt. Allerdings sind die Agrarwerte schon sehr teuer, so dass wir hier zuerst eine Korrektur abwarten, bevor sich ein Neueinstieg lohnt. Positiv werden auch Konsumwerte gesehen, die einen hohen Anteil am Auslandsgeschäft haben und so von einem niedrigen US-Dollar profitieren. Dazu zählt zum Beispiel auch der Markenartikel-Multi Procter & Gamble, den wir Ihnen bereits im Wall Street Radar vorgestellt haben. Negativ sieht man hingegen den Transport- und den Industriesektor. Ganz oben auf der Short-Liste stehen Kreditkarten-Unternehmen, Anleihenversicherer, Finanzierer und natürlich die Banken – mit einer (für uns sehr erfreulichen) Ausnahme: JPMorgan, die sich immer mehr als einer der großen Gewinner der Bankenkrise herauskristallisiert.
Ausblick US-Dollar: Eine Wette gegen einen weiter fallenden US-Dollar ist zu riskant
Hier zeigte sich dann mal wieder eindrucksvoll die Schere zwischen der Kompetenz der Hochfinanz und dem, was Sie täglich in der Börsenberichterstattung hören. Während auf den etablierten TV-Sendern und Magazinen ständig von einer US-Dollar-Schwäche gegenüber dem Euro gesprochen wird, sieht das Smart-Money diese Entwicklung ganz anders. Man ist sich einig: Der Hauptteil der mittelfristigen US-Dollar-Abwertung gegen den Euro ist vorbei. Auf einen steigenden US-Dollar/fallenden Euro zu setzen ist allerdings angesichts der inzwischen unkalkulierbaren Zinssenkungen der FED zu riskant. Aber: In der Hochfinanz setzt man auch nicht mehr auf einen fallenden US-Dollar/steigenden Euro. Wenn es ganz übel kommen sollte, dann sind vielleicht noch 1,60 US$ drin, aber insgesamt ist das Abwärtspotential für den US-Dollar weitgehend ausgereizt. Uns erfreut diese Information. Bestätigt sie doch unsere Marktmeinung, warum wir in den vergangenen Monaten nicht erneut auf einen fallenden US-Dollar/steigenden Euro gesetzt haben (mit unserem Euro-Call konnten Sie im letzten Jahr über 64% verdienen). Tatsächlich liegt der „heiße“ Trade im Devisen-Sektor in 2008 bei einem anderen Währungspaar. Wir arbeiten derzeit an einer Analyse dieser Währungen und werden Sie sofort per Eilmail informieren, wenn sich dort ein Einstieg anbietet.




