Das Banken-Gequatsche kehrt zurück – Warum US-Finanzminister Geithner eine Schande ist

13. Februar 2009

“Ich glaube, die Wall Street hofft auf einen einfachen Weg aus der Krise, aber es gibt keinen einfachen Weg”, sagte Präsident Obama diese Woche in einem Interview mit der ABC.

Aber eigentlich ist es der Präsident, der auf einen einfachen Weg hofft – indem er sich nämlich beharrlich weigert, das Problem beim Schopf zu packen und diese “Zombie-Banken” zu verstaatlichen.

Als Verteidigung für diese Haltung lamentiert das Weiße Haus, wie “kompliziert” die Lage sei. Aber die Lage ist nur deswegen kompliziert, weil sich das Team des Präsidenten weigert, eine klare Entscheidung zu treffen und die Banken zu verstaatlichen.

Die folgende Grafik veranschaulicht die aberwitzige Situation:

US-Finanzminister Tim Geithner will diesen “Zombie-Banken” weitere 500 Milliarden US-Dollar zum Fraß vorwerfen – sozusagen als Vorspeise. Dabei beläuft sich die gemeinsame Marktkapitalisierung der vier Großbanken noch nicht einmal auf die Hälfte dieses Betrags (und sinkt weiter, während ich dies hier schreibe).

Schlimmer noch: Die Marktkapitalisierung wäre längst bei NULL angekommen, wenn es erst gar keine Hoffnung auf ein Rettungspaket gegeben hätte!

Ich bin kein Marxist und ich sehne mich nicht nach einer großen sozialistischen Lösung. Aber diese halbherzige Herangehensweise an das scheußliche Bankenproblem ist absolut idiotisch. Und wir sind an diesem Punkt angelangt, weil die Obama-Administration nicht den Mut für eine harte Entscheidung hat – und weil Finanzminister Geithner immer noch denkt, er sei der Präsident der Federal Reserve Bank (sein alter Job). Man könnte sagen, dass die Banken damals seine Top-Kunden waren. Ihre Interessen waren seine Interessen. Nun, in seiner Position als Finanzminister, verhält er sich, als ob sich seine Loyalitäten nicht geändert hätten. Dabei sind jetzt die amerikanischen Steuerzahler seine Kunden.

Die einzige Person aus Washington, für die ich bis zum jetzigen Zeitpunkt noch ein Minimum Respekt habe, ist Paul Volcker – jener taffe Ex-Zentralbanker, der in den frühen achtziger Jahren der Inflation das Genick gebrochen hat und der derzeit als Berater von Präsident Obama tätig ist. Volcker könnte der letzte noch verbliebene seriöse Mensch mit Verbindungen zum Weißen Haus sein. Er könnte als eine Art Frühwarnsystem fungieren – nämlich dann, wenn er seinen Job mit Entrüstung hinwirft.

Herzliche Grüße,

US-Redakteur Taipan
Justice Litle

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