Einmal Gangster, immer Gangster

19. Februar 2009

Wie war heute Ihre Busfahrt zur Arbeit? Haben Sie einen Platz gefunden oder mussten Sie stehen? Wie, bei Ihnen gibt es keine Busse? Sie mussten sich in Ihrem Auto einen Weg durch das Verkehrschaos kämpfen? Ja, ich auch. Es gibt fast keine Buslinien mehr. Anscheinend hat jemand sie gekauft und einkassiert. Aber wer würde so etwas tun?

Nun, zum Beispiel General Motors.

Reisen wir in einer Zeitmaschine zurück in das Jahr 1937. In fast allen Großstädten verkehren Busse und leisten uns einen guten Dienst. Plötzlich taucht ein Unternehmen namens National City Lines auf und kauft alle Buslinien auf, die es kriegen kann. Dann verscherbeln sie die Fahrzeuge, ersetzen sie durch alte, stinkende Busse und erhöhen die Fahrpreise. Und was tun die Leute? Sie kaufen Autos. Viele Autos, die viele Pflasterstraßen, Tankstellen und Garagen benötigen – und zwei Einkommen pro Familie, um dies alles zahlen zu können.

1946 bekommt das FBI Wind von der Geschichte und findet heraus, dass General Motors, Phillips Petroleum, Standard Oil und Firestone Tires Millionen von US-Dollar in Vorzugsaktien von National City Lines investiert hatten. National City Lines nutzte das Geld, um die alten Fahrzeuge durch solche Busse zu ersetzen, die mit Reifen von Firestone oder Fahrgestellen von General Motors ausgestattet werden konnten. General Motors wurde schließlich zu einer Strafzahlung von 5.000 US-Dollar verurteilt.

Wir kehren mit der Zeitmaschine zurück in die Gegenwart. Die Amerikaner haben genug von General Motors. Die zornige Antwort von General Motors: Wenn ihr unsere Autos nicht kaufen wollt, okay. Dann gebt uns einfach 50 Milliarden US-Dollar in bar (vielleicht fragen wir in ein paar Wochen nach mehr). In diesem Fall werden wir Werke schließen und Arbeiter entlassen. Wenn ihr uns das Geld nicht gebt, dann werden wir Insolvenz anmelden, was euch direkt 100 Milliarden US-Dollar kostet – und wer weiß, wie viel noch, wenn Millionen von Arbeitern gefeuert werden und wir die Lieferung an alle anderen Produzenten einstellen.

Ich habe den Eindruck, dass General Motors uns unser Leben erneut ungestört versauern kann. Und wir werden uns mit den Erpresserbriefen abfinden und einen Scheck nach dem anderen für sie unterschreiben.

Mit den besten Grüßen,

Adam Lass
US-Redakteur Taipan

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