Die Bruce Springsteen-Wirtschaft

9. September 2011

Ford Motor (NYSE: F) ist ganz aufgeregt wegen der neuen Produktionsstätte des Unternehmens. Sie kostet 1 Mrd. US-Dollar, schafft 5.000 Arbeitsplätze und wird pro Jahr rund 250.000 Autos ausspucken. Es gibt nur ein Problem: Der Standort ist in Indien. Die Arbeitsplätze werden nicht in Michigan oder Indiana geschaffen, sondern in Sanand. Der President von Ford Asia Pacific and Africa meint: „Wir expandieren aggressiv in weltweiten Märkten, die das größte Wachstumspotenzial haben.“ Das ist natürlich gut für Indien und die Emerging Markets, aber schlecht für die USA. Das erinnert mich an einen Song von Bruce Springsteen:

„Now Main Street's whitewashed windows and vacant stores

Seems like there ain't nobody wants to come down here no more…

They're closing down the textile mill across the railroad tracks

Foreman says these jobs are going boys and they ain't coming back…“

Währenddessen hält Präsident Obama seine Rede zum Arbeitsmarkt. Es ist eine späte Anerkennung der Tatsache, dass die Lage wirklich ernst geworden ist. Neben den 14 Mio. US-Amerikanern, die offiziell arbeitslos sind, gibt es weitere 8,8 Mio. Unterbeschäftigte mit Teilzeitjobs. Es kann gut sein, dass die Zahl der Menschen unter der Armutsgrenze in diesem Jahr auf 43,6 Mio. steigt. Wie kommen wir aus diesem Sumpf heraus?

Nassim Taleb und Mark Spitznagel argumentieren, dass man bei den Bankern anfangen sollte. Die beiden schrieben jüngst:

„Der Elephant im US-amerikanischen Porzellanladen ist derzeit die Summe, die US-Banker in den vergangenen fünf Jahren bezogen haben. Es handelt sich um eine Summe von 2,2 Bio. US-Dollar.“

Zwar entlassen die Großbanken dieser Tage auch tausende von Angestellte, aber die Kritik trifft zu: Die USA schütten unfassbare Summen über korrupten Angestellten von Institutionen aus, die es längst nicht mehr geben dürfte. Hier könnte man in der Tat einmal ansetzen. Die US-Regierung muss aufhören, Steuergelder an eine kleine Gruppe umzuverteilen.

Mit freundlichen Grüßen,

Justice Little

US-Redakteur Taipan

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