Das große amerikanische Loch wird immer tiefer
5. März 2009Es tut mir wirklich Leid, dass ich Sie in regelmäßigen Abständen enttäuschen muss. Aber für uns alle ist es besser, die Fakten zur Kenntnis zu nehmen und uns den Problemen zu stellen, bevor diese noch größer werden.
Ich sprach bereits über den staatlichen Einlagensicherungsfonds FDIC, deren Chairman Sheila Bair davor gewarnt hat, dass die schnelle Verschlechterung der Wirtschaftslage dazu führen wird, dass noch bis in das Jahr 2010 hinein eine Reihe von Banken in Schieflage geraten würden. Obwohl die FDIC bereits die Gebühren für ihre Mitgliedsbanken erhöhen musste und damit für einige Proteste sorgte, weigert sich Chairman Bair, die 30 Milliarden US-Dollar schwere Kreditlinie des Finanzministeriums in Anspruch zu nehmen – mit dem Argument, dass die Banken, und nicht die Steuerzahler diese Rechnung zu begleichen hätten.
Das Vorgehen von Bair wird zwar den großen Banken dienlich sein, allerdings könnte es das Todesurteil für kleinere Banken bedeuten, die in Washington nicht über den entsprechenden Einfluss verfügen.
Ein weiteres massives Loch tut sich in Chicago auf. Hier gibt es ein kleines Problem mit der Pensionskasse. Nun, eigentlich kein kleines, denn es handelt sich um ein 1,5 Milliarden US-Dollar schweres Problem. Und schaut man sich in den anderen Bundesstaaten um, sieht es nicht viel besser aus. Wirft man alle Fehlbeträge in einen Topf, dann haben wir ein weiteres Billionen-Loch, das Washington stopfen muss. Und mit Washington meine ich Sie, mich und unsere Nachkommen.
Frei zitiert nach dem kleinen Chihuahua aus der alten Taco Bell-Werbung: “Ich glaube, wir brauchen eine größere Schaufel.”
Mit den besten Grüßen,
Adam Lass
US-Redakteur Taipan




