Treten die USA nun in Japans Fußstapfen?

15. März 2009

In Bezug auf die japanische Wirtschaftskrise der 1990er Jahre, das so genannte verlorene Jahrzehnt, und die aktuelle Krise meint die Hausfrau Hideko Toyotomi: „Ich weiß nicht, ob ich das noch einmal durchstehen kann. Dieses Mal ist es schlimmer.” Ihr Mann Masao arbeitet nun in Teilzeit, während der Sohn Daiki als Student einer unsicheren Zukunft entgegen sieht.

Nach über 20 Jahren in Japan kann ich die Sorgen der Toyotomis nachvollziehen und mich eines starken Déjà vus nicht erwehren. Was damals in Japan geschah ist nach meiner Ansicht nur ein Vorgeschmack dessen, was die US-Amerikaner erwartet. Doch dieser Gedanke wird von einer ganzen Politikergeneration, welche von sich meint, es besser zu wissen, nicht nachvollzogen. Dieses Szenario ist jedoch alles andere als undenkbar.

Dieselbe Abwärtsspirale, welche in Japan nach dem Platzen der dortigen Aktien- und Immobilienblase einsetzte, scheint sich nun auch bei uns in Bewegung zu setzen. Volkswirten zufolge handelt es sich damit um eine „Überschusskapazität”, auf die eine kurze bereinigende Periode mit anschließender Wachstumsphase folgen werde. Der Verlust an Arbeitsplätzen weist jedoch kaum auf eine bevorstehende Trendwende hin.

Doch selbst jetzt verschließen sich viele US-Amerikaner der Wahrheit. Sie argumentieren mit den aggressiveren Maßnahmen ihrer Regierung, mit dem besseren Management ihrer Unternehmen und mit der Behauptung (mein persönlicher Favorit), dass die japanische Situation einfach nicht mit der US-amerikanischen vergleichbar sei. Das stimmt, es ist nämlich noch schlimmer.

 Der “GlobalMail” zufolge hat die japanische Wirtschaft damals 3 Yen einsetzen müssen, um das BIP um 1 Yen zu steigern. Heute müssen wir bereits einen Kredit über 8 USD aufnehmen, um unser BIP um 1 USD zu steigern. Während sich die Blase in Japan zwischen den Jahren 1985 und 1991 aufbaute, ist unsere Wirtschaft bereits seit 30 Jahren auf dem falschen Weg. Aber eines treibt mich wirklich um: Als die japanische Blase platzte, betrieb Japan regen Handel mit ausländischen Partnern und die Weltwirtschaft war intakt. Das Land wurde also in gewisser Weise aufgefangen. Heute ist die Lage bekanntlich anders, da die Verbraucher nicht mehr konsumieren, der internationale Handel eingebrochen ist und kein Sicherheitspuffer existiert.

Mit freundlichen Grüßen,

Keith Fitz-Gerald
US-Redakteur Taipan

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